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Wer beeinflusst wen in Kiew?

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Wer beeinflusst wen in Kiew?

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In Kiew wird ein toter Demonstrant durch die Straßen getragen. Wird da also schon auf Leben und Tod um die Macht gekämpft?
im Bundestag in Berlin warb heute Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine friedliche Lösung des ukrainischen Konflikts. Die Bundesregierung werde diese Bemühungen mit allen Mitteln unterstützen, sagte sie und würdigte den Mut der Demonstranten mit den Worten: “Sie setzen sich für die gleichen Werte ein, die auch uns in der europäischen Union leiten. Deshalb müssen sie Gehör finden. Und die Tür bleibt offen für die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und der Ukraine.”
Das große Interesse von Russland und dem Westen an der Ukraine ist geo-strategisch bedingt. Da besteht kein Zweifel. Russland fürchtet eine noch näher heranrückende NATO. US-Präsident Barack Obama hat sich sehr wohl gehütet, in seiner Rede zur Lage der Nation auch nur das kleinste Tröpfchen Öl ins ukrainische Feuer zu gießen. Er formulierte sehr diplomatisch: “Wir stehen für das Prinzip, dass alle Menschen ein Recht darauf haben, sich frei und friedlich zur Zukunft ihres Landes zu äußern.”
Seit die Krise in Kiew im November eskalierte, wird der Westen nicht müde, Russland zu beschuldigen, die Ukraine mit Druck auf seine Seite ziehen zu wollen. Gleichzeitig aber wechseln sich in Kiew westliche Politiker ab mit Unterstützungsbekundungen an der Seite der Oppositionsführer. Und die EU-Spitze verpasste dem russischen Präsidenten Putin beim regelmäßigen Gipfeltreffen reichlich protokollarische Mißachtung.
Woraufhin Wladimir Putin sagte: “ Ich kann mir vorstellen, welche Reaktionen es bei unseren europäischen Partnern auslösen würde, wenn mitten in der Griechenland-Krise unser Außenminister an einer Anti-EU-Demonstration teilnehmen und die Leute dort in diesem Sinne anstacheln würde. Das wäre wahrlich nicht gut.
Mit Sicht auf die Besonderheiten unserer Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine ist so etwas für uns unakzeptabel.”
In Moskau sagte Präsident Putin heute, man müsse jetzt auf eine handlungsfähige Regierung in Kiew warten, um über die Verwendung der 15 Milliarden Dollar zu sprechen, die er im November dem ukrainischen Präsidenten Janukowitsch zugesagt hatte. Eine erste Tranche von 3 Milliarden ist nach Moskauer Angaben bisher überwiesen worden.