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Zitate aus Obamas "Rede zur Lage der Nation"

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Zitate aus Obamas "Rede zur Lage der Nation"

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Es ist die amerikanische Form der jährlichen Regierungserklärung. Aus den hier gesetzten Schwerpunkten lässt sich ablesen, wo gerade der Schuh drückt, was dringend angegangen werden muss und auch, welche Fragen der Präsident lieber weiter nach hinten verschiebt. Dass Präsident Barack Obama diesmal dem Thema soziale Ungleichheit im Lande soviel Aufmerksamkeit widmen würde, war erwartet worden. Das Thema brennt den Amerikanern unter den Nägeln, hier werden vom ersten Mann im Staate richtungweisende Argumente und Lösungsansätze erwartet. Dem entsprach etwa der Satz: “Lasst uns dies zu einem Jahr des Handelns machen. Das ist es, was die meisten Amerikaner wollen – dass wir alle in diesem Hause uns auf ihr Leben fokussieren, auf ihre Hoffnungen, auf ihre Sehnsüchte.” … “Und ich glaube, was die Menschen dieser Nation vereint, unabhängig von Rasse oder Region oder Partei, jung oder alt, reich oder arm, ist der einfache, tiefgreifende Glaube an Chancen für alle – die Auffassung, dass Du vorankommen kannst, wenn Du hart arbeitest und Verantwortung übernimmst.”
Hier geht es dem Präsidenten ganz einfach darum, den Grundkonsenz des “american way of life” zuerhalten. Dazu wagte er die ungewöhnlich harte, offene, selbstkritische Einschätzung: … “Seien wir ehrlich: Dieser Glaube hat schwere Schläge eingesteckt. Über mehr als drei Jahrzehnte haben massive technologische Veränderungen und weltweiter Wettbewerb viele gute Arbeitsplätze für die Mittelschicht vernichtet und das ökonomische Fundament geschwächt, von dem Familien abhängen.”…. “Denen an der Spitze geht es besser als kaum je zuvor. Aber die Durchschnittslöhne haben kaum angezogen. Die Ungleichheit hat zugenommen. Aufstiegschancen stagnieren.” Nach so massiver Selbstkritik musste einfach ein programmatischer Satz kommen wie: …. “Aber Amerika steht nicht still – und das werde ich auch nicht.” Und nach diesem Versprechen war dann der Platz bereitet für den Satz:… “Wenn man für unsere Soldaten kocht oder ihre Teller abwäscht, dann sollte man nicht in Armut leben müssen.”… bis hin zu: “Sagen Sie ja. Geben Sie Amerika eine Lohnerhöhung.” Damit wandte sich der Präsident direkt an seine politischen Gegner, deren Zustimmung er braucht, wenn er den Mindestlohn für Staatsbedienstete anheben will, was er für dringend geboten erachtet.