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Zentralbanken im Stresstest

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Zentralbanken im Stresstest

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Im Sog der US-Geldpolitik versuchen Schwellenländer der Währungsturbulenzen Herr zu werden – zum Teil mit höheren Leitzinsen, zum Teil ohne jede Wirkung.

“Grundsätzlich sind die Zentralbanken von den Ereignissen getrieben und stehen nun mit dem Rücken zur Wand,” meint der Marktstratege Abbas Ameli-Renani von der Royal Bank of Scotland.

Der Hintergrund: Die straffere US-Geldpolitik macht Investitionen in den USA wieder attraktiver. Nach jahrelangen Abflüssen schwappt das Kapital zurück.

Neal Kimberley, Währungs-Analyst bei Reuters:

‘‘Die Märkte beäugen zur Zeit massenhaft Schwellenländer, und was sie da sehen, gefällt ihnen nicht. Und dann gibt es noch das alte Übel. Geld kann 10 Jahre lang in Schwellenländer fließen. Und dann will es in fünf Minuten wieder raus.’‘

Während sich türkische Lira und südafrikanischer Rand zuletzt stabilisierten, machte der ungarische Forint in dieser Woche gegenüber Euro und Dollar die schwächste Wertentwicklung aller Währungen weltweit durch – minus zwei Prozent in zwei Tagen.

Und Ungarns Zentralbank steckt noch mitten in einem Zinssenkungszyklus.

Doloresz Katanich – euronews:

“Analysten sagen, wenn der Forint noch mehr verliert, kann das dem Wachstum in Ungarn kurzfristig schaden. Die ungarische Nationalbank hat bisher nichts getan, um den Forint zu verteidigen.

Sie hat französische, österreichische, russische und die türkische Zentralbanker eingeladen. Die jüngsten Kapitalabflüsse aus den Schwellenländern (“die Attacke”) sind zwar nicht das offizielle Hauptthema, aber bestimmt Diskussionsstoff.”

su mit Reuters