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Entführter Regierungsgegner in der Ukraine wieder aufgetaucht

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Entführter Regierungsgegner in der Ukraine wieder aufgetaucht

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Über eine Woche lang war er verschwunden: Jetzt ist Dmitri Bulatow wieder aufgetaucht, offensichtlich schwer misshandelt. Im unabhängigen ukrainischen Fernsehsender Kanal 5 ist er so zu sehen.

Von Unbekannten entführt wurde er, sagt der Anführer des Automaidan, der Proteste gegen die Regierung mittels Fahrzeugkolonne. Gekreuzigt sei er worden, angenagelt, gibt er an, die hätten ihm Ohren und Gesicht zerschnitten, er habe Wunden am ganzen
Körper. Aber zum Glück lebe er noch.

Soviel Glück hatte nicht jeder: Vor ein paar Tagen erst wurde ein Regierungsgegner aus einem Krankenhaus entführt und tot aufgefunden; auch hier liegen die Umstände im Dunkeln.

Bei klirrendem Frost harren Regierungsgegner auf dem Maidanplatz in der Hauptstadt Kiew aus. Wie es weitergehen soll, ist offen, nach Zugeständnissen der Regierung.

Für Spott und Ärger sorgt hier aber die Krankmeldung des Staatspräsidenten mit Fieber und Erkältung. Wiktor Janukowitsch fehle der Wille, einen Fehler zuzugeben,
sagt ein Demonstrant. Stattdessen handele er wie ein schwacher Mensch und täusche eine Erkrankung vor.

Die Proteste begannen im November: Damals kippte die Regierung ein Annäherungsabkommen mit der EU in letzter Minute, zugunsten Russlands. Die Lage verschärfte sich diesen Monat mit den drastischen Gesetzen gegen Kundgebungen; diese Gesetze wurden jetzt wieder zurückgenommen.