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Fronten zwischen syrischen Bürgerkriegsgegnern bleiben verhärtet

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Fronten zwischen syrischen Bürgerkriegsgegnern bleiben verhärtet

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Die Syrien-Verhandlungen in Genf sind am Freitag ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. Der UN-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi hatte gut eine Woche lang versucht, zwischen den Bürgerkriegsparteien zu vermitteln. Er machte bei der abschließenden Pressekonferenz keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über das dürftige
Ergebnis. Dies sei nur ein bescheidener Anfang.

Am Ende konnten sich Oppositions- und Regierungsvertreter noch nicht einmal auf die Errichtung eines humanitären Korridors für die belagerte Stadt Homs einigen.

Die Fronten bleiben verhärtet – das wurde auch in der Bilanz des syrischen Außenministers Walid al-Muallim deutlich:
“Wir haben in dieser Verhandlungswoche keine greifbaren Resultate erzielt. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens fehlt der anderen Seite die nötige Reife und Ernsthaftigkeit. Zweitens haben sie damit gedroht, die Konferenz scheitern zu lassen.”

Auch die Opposition zeigte sich unversöhnlich. Sprecher Louay Safi nach der Konferenz:
“Es ist offensichtlich, dass das Assad-Regime nicht an einer politischen Lösung interessiert ist. Sie wollen sich nicht bewegen, um das Leid zu beenden. Wir werden hier nicht ewig sitzen. Irgendwann wird sich zeigen, ob das Regime gewillt ist, die Macht abzugeben, was im Interesse des Landes wäre.”

Beide Bürgerkriegsparteien zeigten auch vor dem UN-Hauptquartier Flagge. Hunderte Assad-Gegner und -Unterstützter demonstrierten vor dem Gebäude in Genf. Bei den festgefahrenen Gesprächen im UN-Hauptquartier machte eine gemeinsame Geste der Verhandlungspartner ein wenig Hoffnung. Regierung und Opposition gedachten der mehr als 130.000 Kriegsopfer mit einer Schweigeminute. Die Gespräche sollen am 10. Februar fortgesetzt werden.