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Sotschi 2014: Mehr als nur Sport

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Sotschi 2014: Mehr als nur Sport

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Sotschi, Russlands beliebter Badeort am Schwarzen Meer und Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014. Der Countdown für den 7. Februar läuft: Dann werden 5500 Athleten aus 80 Ländern um die Medaillen in 98 Sportarten ringen.

Aber je mehr Sotschi ins Rampenlicht rückt, desto dringender stellt sich die unvermeidliche Frage: Was ist der Preis für diesen Austragungsort, für die vielleicht teuersten und umstrittensten Spiele in der olympischen Geschichte?

37 Milliarden Euro sollen diese Olympischen Winterspiele gekostet haben. Weitaus mehr als die Winterspiele in Turin oder Vancouver. Politische Gegner und Aktivisten behaupten, dass mehr als die Hälfte des Olympia-Budgets von der grassierenden Korruption verschluckt wurde.

Umweltaktivist Vladimir Kimaev behauptet, dass auch Sotschis Umgebung ein Opfer dieser Korruption ist. Er zeigt uns eine illegale Deponie, die kein Einzelfall sei. Dazu kommen Infrastrukturprojekte, die Erdrutsche verursacht und Häuser zum Einsturz gebracht haben, sowie Flüsse und den Boden verseucht haben. Außerdem wurden rund 2000 Hausbesetzer in Sotschi aufgrund der Olympischen Spiele umgesiedelt.

Aber mit keiner Sache hat Russland mehr internationale Aufmerksamkeit erregt, als mit seinen Anti-Homosexuellen-Gesetzen. Sie führten zu zahlreichen Protesten und zu der Entscheidung von Politikern aus den USA und zahlreichen europäischen Staaten, die Eröffnungsfeier von Sotschi nicht zu besuchen.

Seit Sotschi 2007 die Olympia-Bewerbung gewann, setzte sich Wladimir Putin in besonderem Maß dafür ein und machte es zu seinem persönlichen Prestigeprojekt. Er nutzt die Spiele, um sich eine Bühne zu schaffen und fast täglich in Szene zu setzen. Aber seine Unterstützer betonen, dass es bei den Olympischen Spielen um Russland und nicht um Putin gehe.

Die Messlatte liegt hoch, sowohl politisch als auch finanziell. Noch stehen Hunderttausende Eintrittskarten zum Verkauf. Als Gründe für die leer bleibenden Plätze werden Sicherheitsängste und die hohen Preise genannt. Aber wie immer bei den Olympischen Spielen wird die Zeit zeigen, wie man sich an Russlands erste Winterspiele erinnern wird.