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Doping-Schatten auf Sotschi: Neues Muskelpräparat in Russland aufgedeckt

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Doping-Schatten auf Sotschi: Neues Muskelpräparat in Russland aufgedeckt

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Kurz vor Beginn der olympischen Winterspiele in Sotschi haben Recherchen des Senders ARD möglicherweise einen Doping-Skandal in Moskau aufgedeckt.
Demnach wurde den TV-Reportern von einem Mitarbeiter der renommierten Russischen Akademie für Wissenschaften in Moskau eine geringe Menge eines hochwirksamen Muskelaufbaumittels zur Verfügung gestellt.
Dopinganalytiker Mario Thevis erläutert:

“Dopingkontrolllaboratorien können im wesentlichen das testen, was ihnen bekannt ist. Wenn Präparate auf dem Markt oder Schwarzmarkt auftauchen, dann sind sie zunächst einmal unsichtbar.”

Die offizielle Bezeichnung des Präparats lautet “Full Size MGF”.
Die Welt-Anti- Doping-Agentur WADA mit Sitz im kanadischen Quebec reagierte entsetzt, glaubt aber ohnehin nicht an dopingfreie Winterspiele, so
David Howman, Generaldirektor der WADA:

“Es wäre naiv anzunehmen, dass alle Athleten in Sotschi sauber sind. Viele Sportler glauben, dass ihre Dopingmittel nicht nachweisbar sind.”

Laut ARD verlangte der ungenannte Moskauer Wissenschaftler 100.000 Euro für eine leistungssteigernde Menge des Muskel-Präparats.
Für die Glaubwürdigkeit der russischen Dopingbekämpfung dürften sich die Winterspiele in Sotschi als Härtetest erweisen.