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Frühgeborene durch Gymnastik fit

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Frühgeborene durch Gymnastik fit

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Mit gerade mal fünf Monaten macht Liam jeden Tag Gymnastikübungen zu Hause nahe Pisa. Liam kam zu früh auf die Welt. Die Geräte, mit denen er spielt, wurden von Wissenschaftlern in einem Projekt der Europäischen Union entwickelt. Dieses will frühgeborenen Kindern helfen und sie vor neurologischen Schäden bewahren.

Neurologin Giuseppina Sgandorra: “Generell können Frühgeborene psychomotorische Probleme haben. Unsere Idee war es, ein System zu entwickeln, das den Babys und den Eltern hilft, daheim besser mit der Situation umzugehen. Wir wollen den Eltern ein Hilfsmittel zur Verfügung stellen, das ihnen Hinweise darauf gibt, wie man die Entwicklung des Kindes am besten stimulieren kann – und das einfach nur mit Spielen.”

Liam übt zwischen 20 und 30 Minuten pro Tag. Er entwickelt sich bisher normal und er scheint die Übungen zu mögen. Seine Mutter Monica Cortopassi sagt:
“Wir haben Glück. Liam zeigt keine besonderen Entwicklungsprobleme auf. Ich denke, dieser Prototyp hilft ihm, sich mithilfe des Spielens gesund zu entwickeln.”

Ingenieure haben am hier am BioRobotics Institute in Pisa einige der Sensorensysteme getestet. Diese sind in einer Spielecke installiert. Ideen gab es viele. Wissenschaftlerin Francesca Cecchi: “Die Babys bewegen sich auf einer Unterlage, die Bewegungssensoren hat. Wir können so messen, wie das Kind während einer Bewegung sein eigenes Gewicht auf dem Teppich verteilt. Wir können auch messen, wie das Baby seine Arme und seinen ganzen Körper bewegt – das geschieht dank der Sensoren, die an ihm befestigt sind. Und wir können auch analysieren, auf welche Art und Weise das Baby Objekte anfasst. In den Spielsachen haben wir auch Sensoren installiert.”

Die Untersuchungen werden auch in einer klinischen Umgebung durchgeführt. Dort werden die Babys visuell stimuliert. So können weitere Daten über ihre Augenbewegung und ihre Aufmerksamkeit gesammelt werden.
Das Ziel ist es, effizientere Rehabilitationstechniken zu entwickeln.

Die Wissenschaftler glauben, dass neurologische Schäden nach einer Frühgeburt in Zukunft kein Unglück bedeuten müssen – wenn die Babys die richtigen Anreize erhalten. Psychiater Giovanni Cioni: “Die Umwelt ist die beste Droge für das Gehirn. Das Hirn hat die ersten Wochen und Monate nach der Geburt außergewöhnliche Kapazitäten der Selbstheilung. Seine Plastizität ist bemerkenswert. Den Babys die richtigen Anreize zu geben, kann entscheidend für die Zukunft der Frühgeborenen sein.”

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