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Iran nach Atom-Eiszeit: Europas Manager stehen Schlange

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Iran nach Atom-Eiszeit: Europas Manager stehen Schlange

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Frankreich hofft – wie viele Staaten in Europa – auf eine Wiederbelebung der Wirtschaftsbeziehungen zum Iran.

Experten zufolge haben Baufirmen, Maschinenbauer und Automobilzulieferer besonders gute Chancen. Auch der Import von Arzneimitteln könnte wieder zunehmen.

So sprechen 140 Wirtschaftsvertreter aus Frankreich in diesen Tagen in Teheran mit iranischen Regierungs- und Industrievertretern. Einige Namen aus Berichten über die Teilnehmerliste: Die Autobauer Renault und PSA Peugeot Citroen, der Energieversorger GDF Suez, der Siemens-Konkurrent Alstom und der Rüstungskonzern Safran.

In Berlin auf Staatsbesuch regte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Zarif Investitionen deutscher Firmen an: „Ein Drittel der iranischen Wirtschaft ist deutsch – darauf können Sie aufbauen.“ Nach Medienberichten (Foreign Policy, USA) arbeiten mehr als 100 deutsche Unternehmen im Iran.

Das Auslaufen der Sanktionen könnte danach rund 15 Milliarden Euro an Investitionen ins Land spülen.

Mohammad Reza Rajabali, technischer Manager beim iranischen Automobilhersteller Khodro:

“Angesichts der Kapazität unserer Produktionslinie und der Fähigkeit, unterschiedliche Produkte zu erzeugen, ist die Gelegenheit für große internationale Automobilhersteller günstig, hier zu investieren. Das ist eine Win-Win-Situation.”

Zuletzt setzten die USA und die Europäische Union (EU) einige Sanktionen gegen den Iran aus, viele sind noch in Kraft. Aktuell wurden 550 Millionen Dollar an eingefrorenen Guthaben des Irans freigegeben. Zuvor hatte die Regierung in Teheran die Anreicherung von Uran gedrosselt.

Seit dem Wochenende ist das Öl-Embargo gegen den Iran gelockert. Das Land darf sein Rohöl wieder an wichtige Abnehmerländer direkt verkaufen.

Auf den Weltmeeren schwimmen seit Wochen voll beladende Riesentanker – der Iran hat gut 2 Dutzend -, die nun ihre Fracht verteilen. Der Preis dürfte unter Druck geraten.

su mit Reuters