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Syrien - die humanitäre Katastrophe

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Syrien - die humanitäre Katastrophe

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Die “Genf-II-Konferenz” der Parteien im Syrien-Konflikt ist Geschichte. Gegenwart in Syrien ist nach wie vor das Sterben. Eine neue internationale Konferenz beschäftigt sich gezielt mit den humanitären Aspekten des Konfliktes. Passender sollte man wohl sagen: mit den in-humanitären, den unmenschlichen Aspekten. Die italienische Außenministerin Emma Bonino verwies darauf, dass die syrische Regierung alle wichtigen Menschenrechtsvereinbarungen unterschrieben habe. Die gegenwärtige Assad-Argumentation, man bekämpfe den Terrorismus, könne nicht als Rechtfertigung für die Gewalttaten des Regimes herhalten.
Nach wie vor sind Massaker an der Zivilbevölkerung an der Tagesordnung. Und je länger der Konflikt dauert, um so schlimmer wird der Hunger. Auf rund 130.000 wird die Zahl der Todesopfer seit Beginn des Aufstandes geschätzt. Und es muss davon ausgegangen werden, dass rund zehn Prozent der Opfer Kinder sind. Immer mehr Beweise für Folter und anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit kommen ans Licht.
Dabei sind die “Guten” und die “Bösen” nicht mehr sauber zu trennen. Ebenso wie das Assad-Regime machen sich auch manche seiner Gegner schuldig.
Und mit jedem Tag wächst das Elend der Flüchtlinge. Viele sitzen zwischen den kämpfenden Parteien in der Falle, ohne dass humanitäre Hilfe zu ihnen gelangen könnte. Rajiv Shah von der US-Agentur für Internationale Entwicklung spricht von einer Vervierfachung der Flüchtlingszahlen innerhalb des letzten Jahres. Und von 40 Prozent der syrischen Bevölkerung, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sei. Er nennt es: “…eine so nie dagewesene Herausforderung”.
6 Millionen irren als Binnenflüchtlinge ohne Obdach im eigenen Land umher. 660.000 Syrer sind nach Jordanien geflohen, 600.000 in die Türkei, 200.000 in den Irak und 120.000 nach Ägypten. Und 750.000 in den Libanon. Das sind für das kleine Land so viele Menschen, als würden, gemessen an der eigenen Bevölkerungszahl, plötzlich 11 Millionen Flüchtlinge in Großbritannien Schutz suchen. Zweieinhalb Millionen Syrer sitzen in den Nachbarländern fest, ohne Arbeit, in oft notdürftig zusammengeflickten Zelten. Und die Länder, in denen sie Schutz vor der Gewalt daheim suchen, sind allesamt mit so vielen Hilfesuchenden überfordert. Da haben die EU-Staaten versprochen, ein halbes Prozent von diesen 2,5 Millionen Flüchtlingen aufzunehmen. Das ist weniger als der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein.