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Ein "Staat im Staate": Erdogan lässt gegen Gülen-Bewegung ermitteln

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Ein "Staat im Staate": Erdogan lässt gegen Gülen-Bewegung ermitteln

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Die türkische Regierung lässt ein Ermittlungsverfahren gegen die Hizmet-Bewegung des muslimischen Predigers Fethullah Gülen einleiten. Das gab Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in Istanbul vor seiner Abreise nach Deutschland bekannt.

Der Vorwurf: Gülens Organisation sei ein Staat im Staate und versuche, die Regierung zu stürzen. “Wir können eine Organisation wie diese nicht im Herzen des Staates dulden, und wir werden alles tun, was nötig ist. Für uns ist es eine Frage des Überlebens”, so Erdogan.

Gülen und Erdogan waren einst Weggefährten, der Prediger unterstützte die Politik des Ministerpräsidenten zu Anfang. Doch die Wege trennten sich.

Erdogan wirft Gülen vor, den Korruptionsskandal um die Regierung künstlich aufzublasen und die Justiz zu kontrollieren. Das Ermittlungsverfahren richtet sich nun auch gegen solche Richter und Polizisten, die aufgrund der Korruptionsvorwürfe im Dezember mehrere Parteikollegen Erdogans sowie die Söhne einiger Minister verhaften ließen. Die Regierung ist wegen der Affäre stark unter Druck geraten.

Gülen lebt in den USA, seine schillernde Bewegung hat weltweit geschätzt zehn Millionen Mitglieder und betreibt in vielen Ländern Kindergärten, islamische Bildungseinrichtungen und auch Integrationsarbeit. Das Netzwerk, das sich Hizmet (“Dienst”) nennt, ist mächtig – auch eine Zeitung und eine Bank gehören dazu. Kritiker werfen der Bewegung vor, islamistische Ziele zu verfolgen.