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Wettbewerbsstreit: Google einigt sich mit EU-Kommission

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Wettbewerbsstreit: Google einigt sich mit EU-Kommission

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Der Internetkonzern Google dürfte im Wettbewerbsstreit mit der EU-Kommission um eine drohende Milliardenstrafe herumkommen. Nach drei Jahren Kontroverse um die Ergebnis-Anzeige bei der Google-Internetsuche stellte die Kommission eine
Beilegung des Falls in Aussicht.

Formal soll die Entscheidung erst in ein paar Monaten fallen – die EU-Kommission will noch die Meinung von Google-Konkurrenten einholen.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia:

“Nach sorgfältiger Analyse haben intensive Verhandlungen Googles Vorschlage von Mitte Januar weiter verbessert. Ich glaube heute, dass die neuen Vorschläge von Google in der Lage sind, meine Wettbewerbsbedenken auszuräumen”

Worum geht es?

Die EU-Kommission wirft Google vor, seine marktbeherrschende Stellung auszunutzen – etwa bei der Recherche per Kartendienst Google Maps, Preisvergleichen oder der Suche nach Hotels und Restaurants.

Der Konzern benachteilige Wettbewerber wie Microsoft oder Preis- und Reisesuchmaschinen und rücke eigene Dienste in den Vordergrund.

James Franey, Euronews Brüssel:

“Almunias Amtszeit läuft aus. Er will diese vorläufige Vereinbarung mit dem US-Suchriesen noch hinkriegen. Die Kommission dürfte die Angelegenheit in den nächsten Monaten abschließen. Aber damit ist die Geschichte womöglich noch nicht zu Ende – Wettbewerber könnten vor den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg ziehen.”

So sollen sich die Google-Suchergebnisse verändern:


  • Google will Suchergebnisse aus eigenen Diensten deutlicher kennzeichnen und Rivalen mehr Platz einräumen. Die EU-Kommission hatte kritisiert, dass Google eigene spezialisierte Dienste zum Beispiel bei der Suche nach Flügen, Hotels oder Restaurants den Angeboten aus Konkurrenz-Suchmaschinen vorziehe. Künftig werden Treffer aus Google-Diensten klarer ausgezeichnet und optisch von den restlichen Suchergebnissen abgetrennt.
  • Drei Ergebnisse aus konkurrierenden Suchmaschinen sollen in gleichwertiger Aufmachung mit den Google-Treffern präsentiert werden.
  • Konkurrenz-Suchmaschinen bekommen die Möglichkeit, ihre Inhalte aus Google-Diensten herauszuhalten.
  • Hintergrund ist, dass bei Google zum Beispiel Bewertungen von Restaurants oder Hotels aus den anderen Diensten auftauchen können. Die Anbieter sollen dies sehr punktuell verhindern können – ohne negativen Einfluss auf das wichtige Ranking in der Google-Suchmaschine haben werde.
  • Google sichert zu, dass Website-Betreiber bei Anzeigen-Vereinbarungen nicht dazu gedrängt werden, Online-Werbung nur über Google zu beziehen.
  • Die Kommission war über eine solche Exklusivität bei den Deals besorgt.
  • Google verpflichtet sich, keine Hürden für den Wechsel von Werbekampagnen im Umfeld der Internet-Suche aus seinem Dienst AdWords zu anderen Suchmaschinen aufzustellen.
  • Hier hatte die Kommission kritisiert, dass Google Software-Werkzeuge verbiete, die dies erleichtern könnten.

su mit dpa