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Zentralafrikanische Republik: Brutaler Mord bei Militärzeremonie

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Zentralafrikanische Republik: Brutaler Mord bei Militärzeremonie

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In der Zentralafrikanischen Republik wurde eine Militärzeremonie mit Übergangspräsidentin Catherine Samba-Panza von einem Lynchmord überschattet. Wenige Minuten nach dem Ende der Veranstaltung in der Hauptstadt Bangui sollen Soldaten einen Mann durch Fußtritte, Steinwürfe und Messerstiche getötet haben. Sie hielten ihn vermutlich für einen muslimischen Ex-Rebellen.

Samba-Panza schwor die Anwesenden zuvor auf Frieden ein: “Ich möchte innerhalb eines Monats im Großteil des Landes für Sicherheit sorgen. Jeder wird für seine Taten zur Verantwortung gezogen werden. Ich warne Unruhestifter davor, weiter Chaos zu verbreiten.”

Bei der Zeremonie mit mindestens 1000 zentralafrikanischen Soldaten trat die Armee des Landes nach monatelangen Kämpfen erstmals wieder öffentlich auf.

Muslimische Rebellen stürzten im vergangenen März den christlichen Präsidenten François Bozizé. Dadurch wurde eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen Seleka-Rebellen und der christlichen Bürgerwehr, den Anti-Malaka-Milizen, ausgelöst. Der an die Macht geputschte erste muslimische Präsident des Landes, Michel Djotodia, trat daraufhin im Januar auf internationalen Druck hin zurück. Samba-Panza gilt als neutral, sie soll die Konflikte beruhigen, bei denen laut UNO bisher mehr als 2000 Menschen starben.

Der Lynchmord zeigt, wie tief die Gräben zwischen christlichen Soldaten und Milizen und den muslimischen Ex-Rebellen noch sind. Die Soldaten sollen den Getöteten vor Dutzenden Zeugen entkleidet und durch die Straßen geschleift haben.

Medienberichten zufolge zerstückelten sie die Leiche und zündeten sie an, bevor die afrikanische Friedenstruppe Misca die Menge aus Zuschauern und Soldaten mit Tränengas und Schüssen auseinandertrieb.