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Amputierter fühlt in Echtzeit mit künstlicher Hand

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Amputierter fühlt in Echtzeit mit künstlicher Hand

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Erstmals ist es Forschern gelungen, einem Amputierten in einer Handprothese das Gefühl zurückzugeben. Dennis Aabo Sörensen hat vor neun Jahren bei einem Unfall seine linke Hand verloren. Professor Silvestro Micera und seine Teams in Lausanne und Pisa erreichten nun, dass der 36-Jährige mittels einer chirurgisch an die Nerven seines Oberarms angeschlossenen sensorischen Handprothese beim Berühren und Bewegen von Gegenständen wieder etwas fühlt.

“Die Hand hat mehrere Sensoren an jedem Finger”, so Micera, “sie können erkennen, welche Kraft der Patient aufgewandt hat, um einen Gegenstand zu bewegen. Diese Informationen benutzen wir, um verschiedene Nerven präzise zu stimulieren. Das Nervensystem kann diese Informationen in Echtzeit verstehen.”

Sörensen wurde im Januar 2013 in Rom operiert. Ein Team aus Chirurgen und Neurologen planzte ihm Elektroden in Nerven im linken Arm ein, die extrem schwache elektrische Signale direkt an das Nervensystem weiterleiten können. Für Sörensen ist das Ergebnis eine Sensation:

“Als sie die Hand zum ersten Mal eingeschaltet haben”, sagt er, “war es unglaublich. Ich konnte Dinge spüren, die ich in mehr als neun Jahren nicht mehr gespürt hatte. Ich konnte runde Dinge fühlen, harte und weiche. Das war einfach toll.”

Die derzeitige klinische Studie ist ein erster Schritt auf dem Weg zur bionischen Hand. Kommerziell verfügbar dürfte sie erst in vielen Jahren sein.