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Kuriose und historische Autos bei Pariser "Retromobile"

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Kuriose und historische Autos bei Pariser "Retromobile"

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Ein Elefant steht zwischen Autos aus der Zeit der indischen Maharadschas — zu sehen in der Parise Oldtimer-Ausstellung Retromobile.

Jedes der Fahrzeuge erzählt von vergangenen Zeiten, so der Bollywood-Regisseur Muzaffar Ali, der Sohn eines Maharadschas: “Als Kind habe ich in diesem Auto gespielt. Ich kenne jedes Detail ganz genau. Ich hab mit diesem Auto viel dummes Zeug angestellt, unter anderem habe ich es verkauft. Wenn man etwas verkauft, vermisst man es. Das was man hat, weiß man nicht zu schätzen.”

Eines der ungewöhnlichsten Fahrzeuge ist das Schwanenauto und seine kleinere Nachbildung, der Cygnet, des Maharadschas von Nabba. Die kleinere Version gilt als das älteste in Indien hergestellte Automobil.

“Es ist aus solidem Holz gefertigt und mit Gold überzogen”, so der Direktor von Retromobile, Francois Melcion. “Die Türgriffe haben die Form von Fischen. Die Reifen werden mit kleinen Bürsten gereinigt. Aus dem Schnabel des Schwans kam früher Wasserdampf. So wurden damals in den Straßen von Kalkutta die Menschenmengen zur Seite getrieben.”

Von den Straßen Kalkuttas zu den Schützengräben Europas. Retromobile erinnert an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren mit einer Ausstellung von Fahrzeugen, die an der Front eingesetzt wurden.

Der Erste Weltkrieg war der erste bewaffnete Konflikt, in dem Automobile eine wichtige Rolle spielten, obwohl die Industrie noch in den Anfängen war. Unter anderem ist ein Renault zu sehen, mit dem der französische General Joffre während der Offensive in der Champagne 1915 chauffiert wurde.

Die Ausstellung ist voll von Geschichte, aber hier werden auch Geschäfte gemacht. Trotz der wirtschaftlichen Krise blüht der Handel mit Oldtimern. 2013 wurden während der Retromobile fast 15 Millionen Euro umgesetzt. In diesem Jahr werden Fahrzeuge mit einem Wert zwischen 2,9 und 3,5 Millionen Euro ausgestellt.

“Der Wert von Oldtimern steigt in der Regel mit der Zeit, weil sie als sichere Geldanlage gelten”, sagt Francois Melcion. “Außerdem gibt es nicht nur Wagen, die zwei oder drei Millionen wert sind. Einige kosten nur fünf- oder zehntausend Euro. Der Markt funktioniert so gut, weil er jedermann zugänglich ist. In jedem Dorf der Welt gibt es jemanden, der alte Autos sammelt.”

Außerdem gibt es bei der Retromobile eine Ausstellung von Rennwagen, darunter etwa ein Dutzend Fahrzeuge, die bei der Rally Paris-Dakar zum Einsatz kamen.