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Straßenschlachten in Tuzla

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Straßenschlachten in Tuzla

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Bei Straßenschlachten sind in der nordbosnischen Stadt Tuzla mehrere Dutzend Menschen verletzt worden. Schätzungsweise 6000 Demonstranten hatten am Donnerstag versucht, den Sitz der Regionalregierung zu stürmen. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein, um die Demonstration aufzulösen. Randalierer steckten Mülltonnen in Brand und warfen die Schaufensterscheiben benachbarter Geschäfte ein.

Nach den Ausschreitungen am Vortag waren die Sicherheitskräfte verstärkt worden. Die Polizei hatte den Auftrag, mit aller Härte gegen Randalierer vorzugehen. Die Proteste richten sich gegen die Eigentümer von vier privatisierten Staatsunternehmen, die inzwischen pleite gegangen sind.

“Unsere Regierung hat die Staatsbetriebe für Peanuts verscherbelt, ohne Rücksicht auf die Betriebsrenten, die soziale Sicherheit. Die Menschen haben nichts zu essen, während die Politiker in diesen Institutionen sitzen und das Volk beklauen”, findet Hana Obradovic. Die 24-Jährige hat einen Universitätsabschluß in Philosophie und Politikwissenschaft und ist arbeitslos.

Auch in der Hauptstadt Sarajevo, in Bihac und der Industriestadt Zenica gingen die Menschen auf die Straße. Mit offiziell 27,5 Prozent hat Bosnien-Herzegowina die höchste Arbeitslosenquote auf dem Balkan. Beobachter gehen davon aus, dass die tatsächliche Arbeitslosigkeit weitaus höher liegt.

Die Proteste sind ihrer Ansicht nach Αusdruck weitverbreiteter sozialer Unzufriedenheit und das Ergebnis jahrelanger Untätigkeit der Regierung.

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