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Bosnien-Herzegowina: Größte Krise seit dem Krieg

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Bosnien-Herzegowina: Größte Krise seit dem Krieg

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Bosnien-Herzegowina erlebt die größte Krise seit dem Krieg vor rund 20 Jahren. Seitdem hat sich kaum etwas verbessert: Fast jeder Zweite ist arbeitslos, der Durchschnittslohn liegt bei 420 Euro. Trotz Frust und Unzufriedenheit bedauern viele das Ausmaß der Zerstörung:

Ein ehemaliger Soldat: “Ich habe im Bosnienkrieg die Stadt verteidigt, auch dieses Gebäude. Ich habe versucht, Häuser vor den Flammen zu retten. Das, was gestern passiert ist, finde ich sehr schade.”

Ein anderer Bosnier: “Ich habe dieses Gebäude 1992 gerettet, als es im Krieg fast verbrannt wäre. Als die Serben das Gebäude angegriffen haben, war ich derjenige, der die Flammen gelöscht hat. Jetzt haben unsere Kinder, die in Bosnien und Herzegowina aufgewachsen sind, das Bauwerk angezündet.”

Eine Frau glaubt nicht, dass die Geschehnisse zufällig passieren: “Das war Absicht. Wie ist es möglich, dass in Sarajewo, Mostar und Tuzla alles zur gleichen Zeit passiert? Überall haben Regierungsgebäude gebrannt. Irgendetwas läuft hier schief.”

Eine andere sieht keine andere Lösung, um auf die Probleme aufmerksam zu machen: “Natürlich bedauere ich die Zerstörung. Doch wenn einer ununterbrochen etwas fordert und der andere ihm nicht zuhört, dann ist das eben der einzige Weg, um zu zeigen, dass die Menschen hier nicht zufrieden sind.”

Es ist das erste Mal, dass sich in Bosnien-Herzegowina Menschen aller ethnischen Gruppen zusammengeschlossen haben, um gegen die politische Elite zu protestieren.