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Spaniens Monarchie in der Krise

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Spaniens Monarchie in der Krise

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“Die Befragung von Prinzessin Cristina durch einen Richter als Beschuldigte, etwas vollkommen Neues in Spaniens Geschichte, hat enorme Erwartungen im Land geweckt”, so die Beobachtung von euronews-Reporter Guillermo Gayà vor Ort. “Es geschieht in Palma, eine Stadt, in der Cristina den Titel einer Herzogin trägt. Aus diesem Anlass haben sich hier Gegner der Monarchie zusammengefunden, um für die Republik zu demonstrieren. Andere Gruppen fordern vor allem soziale Gerechtigkeit.”

Der Anwalt einer der Bürgerinitiativen sagte in einer Vernehmungspause, Cristina habe auf die Fragen von Richter José Castro “zu 95 Prozent mit Ausflüchten” geantwortet. Sie wisse von nichts, und sie kenne niemanden.

Die Spanier sind sauer: “Unsere Monarchie ist archaisch und mittelalterlich. Sie steht komplett unter Kontrolle der Mafia. Sie ist der Grundpfeiler der Korruption im Land”, sagt einer der Donstranten. Eine Frau meint: “Cristina wird von unserem Ministerpräsidenten Rajoy beschützt. Er hat öffentlich gesagt, dass sie nicht angeklagt wird.” Auch die Anwohner lässt das Geschehen nicht kalt: “Die Vernehmung der Prinzessin interessiert micht nicht. Es ist aber erstaunlich, dass 300.000 Euro an einem Morgen für Sicherheitsmaßnahmen ausgegeben werden. Wir benötigen wohl eher 300.000 Euro für die Grundausstattung von Schulen und Krankenhäusern”, meint einer von ihnen.

Vor dem Gerichtsgebäude in Palma versammelten sich neben den Demonstranten auch rund 400 Journalisten aus aller Welt. Für die Sicherheit waren gut 300 Einsatzkräfte zuständig. Dank einer Ausnahmegenehmigung durfte Cristina im Auto direkt bis zum Hintereingang vorfahren.