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Der Letzte macht die Autotür zu: Auch Toyota Australia schließt Produktion

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Der Letzte macht die Autotür zu: Auch Toyota Australia schließt Produktion

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Australien wird wieder ein weißer Fleck auf der Landkarte – für die Auto-Industrie. Nach General Motors (GM), Ford, Opel und Mitsubishi will nun auch Toyota die Produktion einstellen. Die Gründe: Hohe Kosten und eine starke Landeswährung. Rund 2.500 Arbeitsplätze verschwinden bei Toyota, dazu viele bei Zulieferern. In einigen Jahren wird dann kein global ausgerichteter Hersteller mehr vor Ort produzieren.

Man habe es sich nicht einfach gemacht, beteuert Toyota:

Akio Toyoda, Toyota-Vorstandschef:

“Unsere Leute haben im Team alles versucht, mit Unterstützung von Lieferanten und Regierung gaben wir das Äußerste. Trotzdem mussten wir jetzt leider die schmerzhafte Entscheidung treffen, die Autoproduktion schließt Ende 2017.”

Es gebe einfach zu viele Faktoren, die man selbst nicht beeinflussen könne, so das Unternehmen. Toyota produziert seit mehr als einem halben Jahrhundert Autos in Australien.

Im Dezember hatte General Motors (GM) angekündigt, seine Produktion in Australien bis 2017 zu beenden. Fast 3.000 Arbeitsplätze fallen weg. Für einen Verbleib in Australien hatte GM unter anderem höhere staatliche Zuschüsse gefordert, die australische Regierung lehnte das jedoch ab.

Schon im Mai 2013 hatte Ford bekanntgegeben, man werde in Australien spätestens ab 2016 keine Autos mehr bauen.

Im August meldete auch die GM-Tochter Opel ihren Rückzug an – nach nur einem knappen Jahr. Mitsubishi ist seit 2008 auf dem Sprung.

Mit der Australiens Autoindustrie geht es seit einem Jahrzehnt bergab. 2004 wurden noch mehr als 400.000 Wagen hergestellt. Abgesetzt wurden laut Automobilverband im vergangenen Jahr 1,14 Millionen Fahrzeuge – so viele wie noch nie zuvor. Aber nur noch jedes Zehnte wurde im Land selbst hergestellt – laut Regierung von insgesamt 45.000 Mitarbeitern.

su mit Reuters, dpa