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Griechische Ferieninsel eine Woche nach dem jüngsten Erdbeben

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Griechische Ferieninsel eine Woche nach dem jüngsten Erdbeben

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Seit einer Woche hat auch die griechischen Insel Kefalonia einen schiefen Turm. Hier hat die Erde gebebt. Zuerst am 26. Januar mit einer Stärke von 6,0 auf der nach oben offenen Richter-Skala.
Dann folgte eine Woche später, am 2. Februar, ein Beben der Stärke 5,7. Das euronews-Team war gerade bei der Arbeit, als die Kamera die Erschütterungen von einem der zahlreichen Nachbeben registrierte. Giorgos Malioris, der Besitzer der Bäckerei, in der gedreht wurde, nennt es einen “psychischen Schock. Man fühle sich selbst in doppelter Hinsicht “erschüttert”.
Kefalonia ist mit 35.00 Einwohnern die größte der ionischen Inseln vor der Westküste Griechenlands
Es gab Verletzte bei diesen Beben. Aber anders als 1953 zum Glück keine Toten. 1.400 Häuser sind nicht mehr bewohnbar. So wie das von Christos Kiriakatos, der berichtet, nach dem ersten Beben hatte sich das Haus um drei Grad geneigt. Nach dem zweiten Beben sind es jetzt 45 Grad geworden.
Glücklicherweise war beim zweiten Beben niemand drinnen, sagt er und :”…wäre ich dagewesen, wäre ich jetzt tot.” Die obdachlos gewordenen Familien haben im Stadion Zuflucht gesucht, neben dem die Armee Zelte aufgebaut hat. Dort lebt auch Mema Sinodinou mit ihrer 7 Monate alten Tochter. Sie berichtet von Albträumen, hat vor allem Angst um ihr Kind. Im Moment der Not sind die Inselbewohner noch enger zusammengerückt, helfen sich gegenseitig. Der euronews-Korrespondent Michalis Arampatzoglou steht im Museum, das kurzerhand in ein Verteilzentrum für Hilfsgüter umfunktioniert wurde. Die Obdachlosen brauchen vor allem Lebensmittel und Wasser, berichtet er. Hilfe kommt nicht nur vom Staat, auch die Kirche, Unternehmen und viele Privatleute haben schon tonnenweise Hilfsgüter herangeschafft, die von Freiwilligen verteilt werden. Die Insel Kefalonia ist eines der wichtigsten griechischen Touristenziele. 200.000 kamen im vergangenen Jahr. Nachdem 1953 ein viel schlimmeres Erdbeben gewütet hatte, ist eine völlig neue Infrastruktur entstanden, die im Wesentlichen standehalten hat, so dass sie hier auch 2014 auf viele zahlende Gäste hoffen.