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Hollande kann wohl besser mit Obama als andere europäische Spitzenpolitiker

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Hollande kann wohl besser mit Obama als andere europäische Spitzenpolitiker

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Der französische Präsident Francois Hollande ist das erste europäische Staatsoberhaupt, das USA-Präsident Barack Obama zum Abendessen empfängt. Die Zeiten, als Amerikaner französischen Käse boykottierten, weil Präsident Chirac nicht mit in den Irak-Krieg ziehen wollte, die sind ganz sicher vorbei. Das gilt auch für das Misstrauen, dass man in Washington dem als zu großspurig und unberechenbar angesehenen Nicolas Sarkozy entgegenbrachte. Inzwischen findet Pariser Außenpolitik mit Einsätzen in Afrika in Washington Zustimmung. Und dann teilen Obama und Hollande wohl die gleichen sozialen Werte, wie an an ihren Reformbemühungen sieht. Der Politologe Jeremy Shapiro von Brookings Institution meint: “Die Franzosen sind wieder da, und zwar als schwieriger Partner für die USA, weil die den Franzosen nicht einfach vorschreiben können, was sie zu akzeptieren haben. Was allerdings auch bedeutet, wenn die Franzosen zustimmen, was immer wieder geschieht, dann sind sie auch hilfsbereit. Und diese Seite ist gerade wieder im Kommen.” Shapiros Kollegin Heather Conley vom Center for Strategic and International Studies erwartet eine stabile französische Außen- und Sicherheitspolitik. Das habe man beim Amtsantritt von Hollande so nicht voraussehen können. Nun gehe man in Washington wohl von einer Festigung der bilateralen Beziehungen aus.
Euronews-Korrespondent Stefan Grobe meint,
nach den französischen Entscheidungen zu Mali, Libyen, Syrien und Iran glaubt das außen-politische Establishment in Washington jetzt an ein französisches Durchhaltevermögen. Hollande scheint besser mit Obama zu können als andere europäische Spitzenpolitiker. Die französisch-amerikanischen Beziehungen sind derzeit die besten in diesem Jahrzehnt.