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Proteste in Bosnien: Ungewisse Zukunft

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Proteste in Bosnien: Ungewisse Zukunft

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Die Regierung soll zurücktreten – das forderten auch am Montag tausende Kroaten, Serben und Bosniaken auf den Straßen Sarajewos. Seit fast einer Woche protestieren die Bewohner von Bosnien-Herzegowina gegen Arbeitslosigkeit, Korruption und politischen Stillstand. Die Menschen sind frustriert, die Jugend ist ohne Perspektiven.

“Wie sich die Situation weiterentwickeln wird, ich wirklich schwer vorherzusagen”, erklärte Srecko Latal, ein Politik-Analyst aus Sarajewo. “Das ist für uns alles Neuland. Es ist das erste Mal, dass Bosnien-Herzegowina einen solchen sozialen Aufstand erlebt. Ich glaube, dass es davon abhängt, wie die lokalen Politiker darauf reagieren werden – und natürlich auch vom Engagement der Völkergemeinschaft.”

Heute liefen die Proteste überwiegend friedlich ab, in der vergangenen Woche aber schlugen die Demonstrationen in der Industriestadt Tuzla in Gewalt um. Vor 19 Jahren wurde mit dem Vertrag von Dayton der Bosnienkrieg beendet, aufgrund der ethnopolitischen Spaltung kehrte in dem Land aber niemals wirklich Ruhe ein.