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Im Wettbewerb: Schillers Liebesdreieck und ein griechischer Auftragskiller

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Im Wettbewerb: Schillers Liebesdreieck und ein griechischer Auftragskiller

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Als einer von vier deutschsprachigen Regisseuren steht Dominik Graf mit “Die geliebten Schwestern” im Berlinale-Wettbewerb. Sein Film mit Florian Stetter, Henriette Confurius und Hannah Herzsprung überrascht mit einer ungewöhnlichen Perspektive auf den Dichter Friedrich Schiller und dessen Liebesleben.
Das Kostümdrama erzählt von der kompliziertem Dreiecksbeziehung, die der Dichter und Denker mit den Schwestern Caroline von Beulwitz und Charlotte von Lengefeld eingeht.

Die beiden adeligen, aber mittellosen Frauen haben sich geschworen, alles zu teilen. Auch ihre gemeinsame Liebe zu dem aufsässigen “Räuber”-Autor Schiller.

Dominik Graf: “Ich fand beim ersten Zugang zu der Geschichte bereits, dass diese unglaubliche Zuneigung der Drei, diese Liebe, diese Wärme, diese Innigkeit zueinander, sich nichts Böses gegenseitig zu wünschen, niemand will den anderen ausstechen, es gibt scheinbar keine Eifersucht, scheinbar keine Intrigen in diesem Dreier-Clan, das hat mich schon sehr berührt auf gewisse Weise.”

“Die Geliebten Schwestern” ist einer von 20 Beiträgen im offiziellen Wettbewerb. Der immerhin 170 Minuten lange Streifen startet am 31. Juli in gekürzter Fassung den deutschsprachigen Kinos.
 
Die Einsamkeit des Auftragskillers

Mit “Stratos” von Yannis Economides kämpft ein griechischsprachiger Film um den Goldenen Bären. Er erzählt die düstere Geschichte eines Mannes, der immer seine Schulden begleicht und dafür Tag und Nacht schuftet, in der Brotfabrik und als Auftragskiller. Das Geld braucht er, um einen Freund, mit dem er gemeinsam in Haft saß, aus dem Gefängnis zu holen.

Yannis Economides: “Wir verfolgen den Werdegang eines verletzten, eines gebrochenen Mannes, eines Auftragskillers, vom ersten Augenblick seines Zusammenbruchs bis zu seinem Versuch, ein neues Leben aufzubauen. Zwischenfälle und unverhoffte Wendungen haben ihn in diese Situation gebracht. Am Ende sehen wir einen geläuterten Mann, der versucht sein Schicksal selbst zu bestimmen.”

“Mikro Psari” (Kleiner Fisch) heißt der Film im Original und ist die vierte Regiearbeit des griechischen Filmemachers Yannis Economides. In der Hauptrolle ist der Schauspieler Vangelis Mourikis zu sehen, der bereits mehrfach mit Economides zusammenarbeitete.

Vangelis Mourikis: “Was mir an seinen Filmen gefällt, ist die Suche nach Wahrheit, die Art und Weise, wie er seine Filmfiguren erforscht. Und genau das erwartet er auch von seinen Darstellern bei ihrer Herangehensweise an die Rolle. Ich bin fasziniert von der Energie, die seine Filmfiguren ausstrahlen. Sie sind lebendig, pulsieren. Es gibt eine innere und äußere Handlung. Das ist befreiend, nicht nur für den Zuschauer, sondern auch den Schauspieler.”

Wie in seinen vorigen Produktionen schrieb Yannis Economides auch das Drehbuch zu “Stratos”. Es ist seine erste Teilnahme an den Berliner Filmfestspielen.

Der Streifen kommt Ende März in die griechischen Kinos.