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Minilabor auf der Plastikscheibe

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Minilabor auf der Plastikscheibe

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Ein tragbares Miniaturlabor auf einer dünnen Plastikscheibe, das in Rekordzeit Krankheitserreger identifiziert, haben Wissenschaftler am Freiburger Institut für Mikro- und Informationstechnik entwickelt. Daniel Mark ist stellvertretender Leiter des Forschungsbereichs “Lab-on-a-Chip”.

“Bei unserem Verfahren ist das Ziel, dass der Arzt von dem Patienten direkt eine Probe nimmt, diese gleich in ein Gerät geben kann, sozusagen einen Startknopf drückt und nach ungefähr zwei Stunden dann die Aussage erhält: Diese Krankheitserreger sind präsent, und so dann entscheiden kann, was die beste Behandlungsmöglichkeit ist.”

Das mikrofluidische Analysegerät extrahiert und verstärkt die in der Blutprobe enthaltene DNA und vergleicht das genetische Profil mit dem bekannter Krankheitserreger. Sobald es zu einer Übereinstimmung kommt, erscheint ein Hinweis auf dem Bildschirm.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, zum Beispiel auf Flughäfen, um bei Reisenden Krankheitserreger zu identifizieren. Lebensmittelsicherheit ist ein weiteres potenzielles Einsatzgebiet. Das Berliner Institut für Produktqualität gehört zu den Ersten, die das Mini-Labor getestet haben, Wolfgang Hauser erklärt, warum.

“In Zukunft werden die Fragestellungen in der Lebensmittelanalytik immer komplexer werden. Die Nachfrage nach mehreren Parametern gleichzeitig wird steigen und mit diesem Minilab hat man die Möglichkeit, das relativ standardisiert ablaufen zu lassen.”

Das größte Potenzial für ihr Mini-Labor sehen die Entwickler im medizinischen Bereich, in Krankenhäusern und überall dort, wo schnell Entscheidungen getroffen werden müssen. Noch in diesem Jahr sollen Testreihen mit Patienten durchgeführt werden.