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Sterbehilfe für unheilbar kranke Kinder in Belgien

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Sterbehilfe für unheilbar kranke Kinder in Belgien

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Sterbehilfe für Erwachsene ist in Belgien bereits seit 2002 möglich, gegen ihre Legalisierung im Fall schwerkranker Kinder demonstrierten in Brüssel mehrere Dutzend Menschen. In den benachbarten Niederlanden gibt es bereits ein entsprechendes Gesetz, in dem unter anderem das Mindestalter von zwölf Jahren vorgesehen ist. Der belgische Gesetzgeber hat ein solches hingegen nicht festgeschrieben. Im Verlauf von zehn Jahren habe es in den Niederlanden nur fünf oder sechs Fälle gegeben”, so der Vertreter einer Organisation, die Sterbehilfe für Kinder ablehnt. Das Gesetz habe somit keinen praktischen Wert. Es gäbe auch andere Mittel, schwerkranken Kindern zu helfen, meint ein entrüsteter Vater. Sterbehilfe in unserer Zivilisation sei barbarisch. Fachleute widersprechen, darunter Michel Deneyer, Kinderarzt in einem großen Brüsseler Krankenhaus: “Die Palliativmedizin ist nicht vollständig unter Kontrolle, denn die Dosis der schmerzstillenden Mittel wird schrittweise erhöht. Eine hohe Dosis kann ungewollt den Tod herbeiführen. Eine vollständige Kontrolle ist nicht möglich.” Marijke Bachely ist beziehungsweise war die Mutter des kleinen Benjamin. Als er fünf war, erkrankte er an Leberkrebs und starb 2004 im Alter von siebeneinhalb Jahren, trotz einer Transplatation. Die Mutter sagt, hätte es das Gesetz damals bereits gegeben und hätte ihr Sohn sie um Sterbehilfe gebeten, sie hätte nicht gezögert. “Zweifel im Zusammenhang mit der Sterbehilfe für Erwachsene hängen oft mit der Frage nach dem Erbe zusammen. Ein solches aber gibt es nicht, wenn es um ein Kind geht. Der einzige Wunsch, den wir in einem solchen Fall hegen können, ist ein Ende der Schmerzen.” Jahre danach entschied sich Marijke Bachely für ein zweites Kind. Ihr Sohn Axel ist inzwischen fünf Jahre alt.