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Zentralafrikanische Republik - Chaos ohne Ende

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Zentralafrikanische Republik - Chaos ohne Ende

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Seit zehn Monaten regiert in der Zentralafrikanischen Republik die Gewalt. Im März 2013 hatten Rebellen einer muslimischen Miliz in dem mehrheitlich christlich geprägten Land den gewählten Präsidenten gestürzt. Ihr Triumph währte nicht lange. Inzwischen ist daraus eine Art “ethnische Säuberung” zu Lasten der Muslime geworden. Zwar stehen Blauhelmtruppen im Land, 1.600 französische und vier- bis fünftausend afrikanische Soldaten. Die muslimische Bevölkerung zu schützen schaffen sie nicht.
Die flieht. In Richtung Tschad. Von rund 800.000 Binnenflüchtlingen berichtet dazu das UN-Kinderhilfswerk UNICEF. Der Staat ist zusammengebrochen, Handel und Landwirtschaft liegen brach.
Der Gewürzverkäufer Sylvanus Kossingou sagt auf dem Markt der Hauptstadt Bangui: “Wir leben im Krieg. Alles ist blockiert, nichts funktioniert. Es kommen keine Lastwagen mit Waren mehr aus Kamerun und Tschad. Und es ist keine Lösung in Sicht, wie wir aus dieser Lage herauskommen könnten.”
Laut UN-Quellen haben 9 von 10 Einwohnern nur noch eine Mahlzeit am Tag. Es gibt kaum internationale Hilfe für die vielen Hungernden.
Die Schulen sind geschlossen. Bewaffnete Gruppen rekrutieren Kinder und stiften sie zu Gewalttaten an. Amnesty International fordert mehr Friedenstruppen. Die aktuelle Präsidentin Catherine Samba-Panza beklagt 2.000 Tote und verspricht, innerhalb eines Monats im größten Teil des Landes die Sicherheit wieder herzustellen.
Und danach werde jeder für seine Taten zur Verantwortung gezogen. Wörtlich: “Ich warne jene, die zur Gewalt anstiften, die weiter das Land ins Chaos stürzen.”
Allerdings fehlen ihr die Mittel, um den starken Worten entsprechende Taten folgen zu lassen.
Immer noch gibt es Szenen wie diese: Ein aufgehetzter Mob lyncht Menschen, die irgend ein Anstifter als Feinde bezeichnet hatte.