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127 Beben: Erdgasförderung löst Erdbebenserie aus

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127 Beben: Erdgasförderung löst Erdbebenserie aus

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Teile der niederländischen Provinz Groningen sind am Donnerstagmorgen von einem Erdbeben erschüttert worden. Das Beben von der Stärke drei auf der Richter-Skala war das schwerste einer ganzen Reihe von Beben in den vergangenen sechs Monaten. Die Beben sind auf die Förderung von Erdgas zurückzuführen. Viele sind so schwach, dass sie von den Bewohnern nicht bemerkt werden, dennoch aber erhebliche Schäden anrichten.

“Wenn ich abends auf der Couch sitze höre ich manchmal ein Knacken im Gebälk. Vielleicht fällt uns eines Tages das Dach auf den Kopf”, erzählt Hanz Kroeze.

127-mal hat 2013 im Norden der Niederlande die Erde gebebt. Das Gasfeld ist das größte Erdgaslager Europas. Von hier stammten zwei Drittel der niederländischen Erdgasförderung.

“Seit 2003 sind die Beben häufiger und heftiger geworden. Die Magnitude stieg in der Spitze von 3 auf 3,6”, stellt Seismologe Bernard Dost fest.

Angesichts stärker werdender Proteste der Anwohner, hat die niederländische Regierung eine Verringerung der Fördermenge um 20 % angeordnet. Die fünf Gasförderanlagen um die am stärksten betroffene Ortschaft Loppersum werden die Gasgewinnung sogar um 80 % drosseln.

Darüberhinaus stellt der niederländische Staat 144 Millionen Euro für einen Kompensationsfonds zur Verfügung. Der 1,2 Milliarden Euro-Fonds wird von Shell und Exxon kofinanziert. Die beiden Ölmultis betreiben das Konsortium, das das Gasfeld ausbeutet.

Weiterführende Links

Nederlandse Aardolie Maatschappij BV (NAM, Förderkonsortium) (flämisch, englisch)

Koninklijk Nederlands Meteorologisch Instituut (KNMI): Erdbeben in den Niederlanden (flämisch, englisch)