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Belgien beschließt aktive Sterbehilfe für Kinder

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Belgien beschließt aktive Sterbehilfe für Kinder

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Belgien ist weltweit das erste Land, das die aktive Sterbehilfe für Kinder ohne jegliche Altersgrenze erlaubt.
Das Parlament stimmte für eine entsprechende Gesetzesänderung. Somit dürfen Ärzte etwa krebskranken Minderjährigen auf deren erklärten Wunsch hin eine tödliche Dosis Medikamente verabreichen.

Euronews-Reporter James Franey erklärt: “Das neue Gesetz besagt, dass das Kind “urteilsfähig” und bei Bewusstsein sein muss. Die Kinder müssen unheilbar erkrankt sein und nicht mehr lange zu leben haben. Beratungen durch Ärzte und Psychiater sind verpflichtend und natürlich müssen die Eltern ihre Zustimmung geben.”

“Das Gesetz ermöglicht einen humanitären Umgang mit diesen jungen Patienten, für die man nichts mehr tun kann”, erklärt der Sozialist Philippe Mahoux.

Im Parlament stimmten 86 Abgeordnete für die neuen Regeln, 44 dagegen. 12 Parlamentarier enthielten sich. Nun muss Belgiens König Philippe das Gesetz noch
unterzeichnen. Kritik nach der Entscheidung kommt von der Christdemokratin Catherine Fonck: “Ein kleines Kind hat natürlich kein Urteilsvermögen. Kinderpsychiater sagen, dass dies auch bei einem Jugendlichen schwer einzuschätzen ist, denn in diesem Alter ist ihnen nicht immer klar, was der Tod bedeutet, nämlich, dass sie nie wieder zurückkommen werden.”

Auch Kirchen und Patientenverbände kritisierten die Abstimmung. Aktive Sterbehilfe ist derzeit in der EU nur in Belgien, den Niederlanden und Luxemburg straffrei.