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FIFA will Lehre aus Katar ziehen

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FIFA will Lehre aus Katar ziehen

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Trotz heftiger Kritik am Umgang Katars mit ausländischen Leiharbeitern findet dort wie geplant die Fußball-WM 2022 statt. Die Achtung von Menschenrechten soll jedoch künftig bei der Vergabe von Weltmeisterschaften eine größere Rolle spielen, versprach FIFA-Funktionär Theo Zwanziger. Die Entscheidung zur Austragung der WM sei bereits gefallen, auch könne die FIFA nicht in die Gesetzgebung der Staaten eingreifen. Verträge müssten eingehalten werden. Gemeinsam wolle man jedoch dafür sorgen, dass die Rechte der Leiharbeiter respektiert werden. Der Menschenrechtsausschuss des Europaparlaments hatte Zwanziger zu einer Anhörung nach Brüssel eingeladen. Eine Delegation des Parlaments wird Ende März in das Emirat am Persischen Golf reisen. Sharan Burrow, Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbundes, bezeichnete eine Erklärung Katars zu den Rechten der Gastarbeiter als Augenwischerei. Die Arbeiter würden wie minderwertige Wesen behandelt. Der französische Fußballer Zahir Belounis, der bei einem Club in Katar angeheuert hatte, saß dort eineinhalb Jahre fest. Auf unsere Frage erklärte Belounis das dort praktizierte sogenannte Kafala-System: “Will man das Land verlassen, bedarf es der Erlaubnis des Arbeitgebers. Ohne dessen Unterschrift ist das nicht möglich. Es gab eine Zeit, in der mir der Tod lieber gewesen wäre. Man hat mich wie einen Verbrecher behandelt.” Medienberichten zufolge sind in den vergangenen beiden Jahren bei Bauprojekten mehrere Hundert Gastarbeiter ums Leben gekommen.