Eilmeldung

Eilmeldung

"Pop-Art-Vater" Richard Hamilton in der Tate Modern

Sie lesen gerade:

"Pop-Art-Vater" Richard Hamilton in der Tate Modern

Schriftgrösse Aa Aa

Mit einer Retrospektive erinnert die Tate Modern in London an den “Vater der Pop-Art” Richard Hamilton. Seine bissigen, großformatigen politischen Collagen sind dabei, Protestbilder, aber auch frühe Designstudien. Der ganze Hamilton, ein resolut moderner Allround-Künstler, wie Kurator Mark Godfrey betont.

“In den 80er Jahren spürte er einen Bruch in der britischen Kultur, der Optimismus der 50 und 60er Jahre war verflogen. Es herrschte Enttäuschung über das, was das Leben in den 80ern zu bieten hatte. Zu diesem Zeitpunkt schuf er ‘Treatment Room’, eine Installation in der Margaret Thatcher auftaucht.”

Nicht nur die Eiserne Lady bekam ihr Fett Weg, auch Tony Blair, dargestellt als Cowboy und Revolverheld.

Seine Gemälde zum Protest ehemaliger politischer Häftlinge in Nordirland sind ebenso vertreten wie die Serie “Kent State” über Studentenproteste in den USA.
Hamiltons einzigartige Herangehensweise an Kunst sei in der Schau zu spüren, meint Autor und Kunstkritiker William Feaver.

“Die Ausstellung besucht sich wie eine Enzyklopädie des 20. und frühen 21. Jahrhunderts mit Richards Ideen. Sie zeigt, dass Kunst im Grunde eine Art Verdauungsprozess ist. Er nahm die Kunst anderer und macht sie zu seiner eigenen. Er machte sehr schlaue, geistreiche und sarkastische Fanclub-Bilder von dem, was ihm ins Auge stach.”

Richard Hamilton, der im September 2011 im Alter von 89 Jahren starb, hatte noch selbst an der Planung der Retrospektive
mitgearbeitet. Die Ausstellung ist bis zum 26. Mai in der Tate Modern in London zu sehen.