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Italien: Warten auf den neuen Ministerpräsidenten

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Italien: Warten auf den neuen Ministerpräsidenten

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In seinem Amtssitz, dem Quirinalspalast in Rom, führt Napolitano seit gestern mit den Chefs der Parlamentsparteien Gespräche darüber, wer die Nachfolge des bisherigen Ministerpräsidenten Enrico Lettas antreten könnte.

Medien spekulieren bereits über das Regierungsprogramm des aussichtsreichsten Kandidaten: Matteo Renzi ist Bürgermeister von Florenz, 39 Jahre jung, ehrgeizig, aber weiterhin ein Mann ohne klar formulierte Inhalte.

Vielen gilt er als große politische Hoffnung. Doch die Demontage Lettas, seines Parteikollegen, hatte er systematisch betrieben. Manche Italiener sehen sich deshalb in ihren Zweifeln an der Integrität der Politiker bestätigt.

“Wir sind in einer Notlage, und in einer solchen Situation muss man Alternativen suchen. Es ist nicht die beste Lösung, aber ich glaube, wir haben keine Wahl”, meint ein Passant in Rom. Ein weiterer glaubt: “Alles ändert sich, und trotzdem wird alles gleich bleiben. Wir haben nichts, keine Demokratie, alles ist vorbei. Es ist nichts weiter als ein Machtspiel.”

Schon dieses Wochenende könnte Napolitano den neuen Regierungschef ernennen. Sollte sich kein Koalitionspartner für die Demokratische Partei finden, bleibt unter anderem die Möglichkeit einer Minderheitsregierung.

Die Fünf-Sterne-Bewegung des prominenten Komikers Beppe Grillo sowie die rechtspopulistische Liga Nord boykottieren die Gespräche zur Regierungsbildung – aus Protest gegen den Vorgehen der Demokratischen Partei gegen Letta.