Eilmeldung

Eilmeldung

Ungarn: Proteste gegen rechtsextremes Treffen in ehemaliger Synagoge

Sie lesen gerade:

Ungarn: Proteste gegen rechtsextremes Treffen in ehemaliger Synagoge

Schriftgrösse Aa Aa

Ungarns rechtsextreme Parlamentspartei Jobbik hat in einer ehemaligen Synagoge ein sogenanntes Bürgerforum veranstaltet.

Rund einhundert Gegendemonstranten versammelten sich in Esztergom vor dem Gebäude, das mittlerweile ein Kulturhaus ist. Die Stadt liegt rund 50 Kilometer nördlich von Budapest.

Die Demonstranten riefen “Nazis raus”, einige von ihnen trugen einen gelben Stern. Die Veranstaltung ist ihrer Ansicht nach eine Provokation.

Ágnes Drelyó, eine Organisatorin der Demonstration, sagte: “Das ist so eine beschämende Veranstaltung. Gabor Vona und seine Partei sollten sich schämen, dass sie für diesen Anlass eine Synagoge gewählt haben. Wir können das nicht wortlos hinnehmen. Jeder normale, anständige Mensch kann damit nicht einverstanden sein.”

Auch Jobik-Chef Gabor Vona nahm an der Veranstaltung teil. Er erklärte: “Wenn wir das abgesagt hätten, dann wäre das eine Bestätigung dafür gewesen, dass wir in Bezug auf die jüdische Gemeinschaft etwas zu verbergen haben oder wir uns für etwas schämen.”
.
Die Polizei schirmte die Jobbik-Anhänger und die Gegendemonstranten voneinander ab. Es gab keine gewalttätigen Auseinandersetzungen.

In Ungarn finden in wenigen Wochen Parlamentswahlen statt. Die Veranstaltung
in Esztergom ist Teil des Jobbik-Wahlkampfs.

Der Euronews-Reporter erklärt: “Jobbik sorgte im vergangenen Jahr im ungarischen Parlament immer wieder für Aufsehen. Das Gleiche gelang auch mit dieser Veranstaltung. Die Partei hat erreicht, was sie wollte. Sie erregte die Aufmerksamkeit auf der rechten und der linken Seite.”