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Journalisten protestieren gegen Erdogans Gängelung der Medien

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Journalisten protestieren gegen Erdogans Gängelung der Medien

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In Istanbul haben Journalisten gegen Druck und Zensur durch die türkische Regierung protestiert. Rund 200 Journalisten marschierten vom ehemaligen Medienviertel zum Büro des Gouverneurs von Istanbul und riefen “AKP, nehmt eure Hände von den Medien”.

“Die Regierung versucht die Medien über die Chefredakteure und Führungsetagen zu kontrollieren”, so einer der Protestierenden. “Wir wollen sagen, dass wir davon genug haben, und haben uns dafür hier im Medienviertel versammelt.”

Erst letzte Woche war auf Youtube ein Tonmittschnitt aufgetaucht, auf dem sich Erdogan beim Chef des Haberturk-Fersehsenders über die Ausstrahlung einer Rede des Oppositionsführers beschwert. Der Fernsehchef verspricht Erdogan daraufhin zu intervenieren. Wenig später war die Ausstrahlung der Oppositionsrede dann auch unterbrochen worden.

“Die Zensur bedrückt die Journalisten”, ruft eine Journalistin durchs Megafon. “Druck, Zensur und Selbstzensur zerreiben die Medien. Der Ministerpräsident interveniert sogar bei Live-Reportagen und Untertiteln.”

Bei der Organisation Reporter ohne Grenzen rangiert die Türkey in punkto Pressefreiheit stets nah am unteren Ende der Liste. Und laut der US-Organisation Committee to Protect Journalists sind in der Türkei derzeit etwa 40 Journalisten inhaftiert.