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Napolitano will offenbar Renzi als neuen Minsterpräsidenten benennen

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Napolitano will offenbar Renzi als neuen Minsterpräsidenten benennen

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Er hatte anscheinend die Ruhe weg: Während noch alles in der Luft hing, fuhr Matteo Renzi erst mal nach Hause nach Florenz, um einem Spiel seiner Lieblings-Fußballmannschaft beizuwohnen.

Jetzt sieht es so aus, als werde der Parteichef der Demokraten aus dem Machtpoker der vergangenen Tage wie erwartet als Gewinner hervorgehen. Präsident Giorgio Napolitano bestellte ihn für 10.30 Uhr Montagvormittag in den Präsidialpalast.

Der Chef des voraussichtlichen Koalitionspartners, der Partei Neue Rechte Mitte, Angelino Alfano, ließ durchblicken, dass er sich seiner Macht als Königsmacher bewusst ist: “Wenn wir Nein sagen, dann gibt es keine Regierung. Wenn wir Ja sagen, dann wird sie gebildet. Es ist eine große Verantwortung, weil wir uns keine Fehler leisten können.”

Sollte Napolitano Renzi morgen also wie erwartet mit der Regierungsbildung beauftragen, kämen auf diesen knallharte Verhandlungen zu, so Luigi Contu, Chef der Nachrichtenagentur ANSA: “Es ist ein große Herausforderung für Renzi, weil er mit einer instabilen Mehrheit Reformen durchführen will. Allerdings hat er in den eineinhalb Monaten, die er nun Parteichef ist, erstaunlich viel erreicht. Beim Wahlrecht zum Beispiel. Wir warten seit Jahren darauf, dass sich das ändert.”

Eine Regierung herbeizuführen die handlungsfähig ist, diese Verantwortung lastet auch auf Präsident Napolitano. Nach Sondierungsgesprächen mit den Parteichefs hatte er sich für Sonntag Bedenkzeit ausgebeten.

Und nun, wo er ihn für morgen in den Quirinalspalast einbestellt hat, ruhen Napolitanos Hoffnungen für die Zukunft Italiens wohl ebenfalls, und wie erwartet, auf Matteo Renzi.