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Familientreffen mit Neandertaler und Homo sapiens

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Familientreffen mit Neandertaler und Homo sapiens

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Gestatten? Der Herr Neandertaler, gleich daneben ein enger Verwandter, Homo sapiens! Das Londoner Natural History Museum dreht die Zeit um ein paar Hundert Tausend Jahre zurück und lädt zur Begegnung mit unseren Vorfahren, anhand diverser fossiler Funde und zwei lebensgroßer Nachbildungen von Urzeitmenschen.

Chris Stringer, Leiter der Abteilung “Human Origins” am Natural History Museum in London: “Wenn wir auf den Anfang zurückschauen vor 900 Tausend Jahren, sah Großbritannien ganz anders als heute. Zum Teil war es so warm, dass Elefanten, Nashörner und Nilpferde in der Themse baden konnten. Zu anderen Zeiten, als Homo sapiens unterwegs, wurde es deutlich kälter, es gab Rentiere und Mammuts, Tiere die Kälte widerstanden. Großbritannien schwappte von einem Extrem ins nächste.”

Seit einer Million Jahren leben Menschen auf den britischen Inseln. Die Ausstellung zeigt die Vielfalt der fossilen Funde, Steinwerkzeuge und Knochen. Dabei werden auch ein paar dunkle Seiten der frühen Menschheit beleuchtet, Kannibalismus! Der Beweis: angeknapperte Knochen und Schädel, die offenbar als Trinkbecher dienten.

“Das hatte meiner Ansicht nach rituelle Gründe”, meint der Archäologe Simon Parfitt. “Die Schädel weisen keine Bissspuren auf, sie hatten offensichtlich eine andere Bedeutung, sie wurden als Trinkgefäße eingesetzt. Sie wurden offensichtlich anders behandelt und nicht beigesetzt. Das war möglicherweise Teil eines Rituals.”

Die täuschend echten Nachbildungen von Neandertaler und Homo sapiens wurden extra für die Ausstellung in Auftrag gegeben.
“Britain: One Million Years of the Human Story” heißt die Schau und ist bis zum 28. September zu sehen.