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Genf statt Rom: Äthiopischer Pilot entführt eigenen Flieger

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Genf statt Rom: Äthiopischer Pilot entführt eigenen Flieger

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Ein Ko-Pilot der Ethiopian Airlines hat seine eigene Maschine entführt. Statt wie geplant nach Rom, steuerte der Mann die Boeing mitsamt den rund 200 Passagieren nach Genf. Als der Kapitän auf der Toilette war, schloss er das Cockpit ab und übernahm das Steuer. Per Funk machte er auf seine Aktion aufmerksam, Kampfjets stiegen auf. Nach der Landung seilte sich der Mann durch das Cockpitfenster ab und wurde festgenommen.

Eric Grandjean, Sprecher der Genfer Polizei: “Der Ko-Pilot wurde 1983 geboren, er ist Äthiopier. Er hat das Flugzeug entführt, weil er sich in seinem Land bedroht fühlte, er wollte in der Schweiz Asyl beantragen.”

Tatsächlich könnte die Schweiz zur neuen Heimat des Piloten werden, aber nicht so, wie er sich das wünscht. Laut der Genfer Staatsanwaltschaft muss er nämlich mit einer Anklage rechnen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Schweizer Haft.

Unterdessen hat sich der äthiopische Informationsminister Redwan Hussein offiziell bei den Passagieren der Maschine entschuldigt. Zudem dankte er den Schweizer Behörden für ihre Hilfe und die Festnahme des Mannes. Der Täter sei zuvor nie auffällig gewesen und nicht vobestraft, erklärte Hussein. An Bord des Flugzeugs hätten sich neben zwei Deutschen unter anderem 139 Italiener, elf US-Amerikaner und vier Franzosen befunden.

Extras

Mitteilung von Ethiopian Airlines
Mitteilung der Genfer Polizei
Mitteilung des Flughafens Genf zu Betriebsstörungen wegen der Entführung