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Pussy-Riot Aktivistinnen wieder in Freiheit

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Pussy-Riot Aktivistinnen wieder in Freiheit

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Die zwei verhafteten Mitglieder der putinkritischen Punkband Pussy Riot sind wieder auf freiem Fuß. Auch der ebenfalls festgenommene Menschenrechtler Semjon Simonow und mehrere Journalisten sind eigenen Angaben zufolge wieder in Freiheit.

Die Pussy-Riot Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa warf der Polizei brutale Gewalt vor. Sie sei mit dem Gesicht über das Parkett gezerrt und geschlagen worden. Die Putinkritikerin kündigte eine Klage an.

Warum genau Tolokonnikowa und Maria Aljochina verhaftet wurden, ist nicht klar. Die Polizei wirft ihnen unterschiedlichen Berichten zufolge Diebstahl oder ein Verstoß gegen Meldeauflagen vor. Die Behörden gaben dazu zunächst keine Auskunft. Wie Aljochina mitteilte, seien sie und ihre Bandkollegin in den vergangenen Tagen bereits mehrfach in Sotschi festgenommen worden.

Die Frauen waren erst im Dezember durch eine Amnestie aus der Lagerhaft entlassen worden. Pussy Riot hatte 2012 mit einem sogenannten Punkgebet in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale gegen Putin protestiert.

In Sotschi wollten die Aktivistinnen offenbar einen Videoclip drehen. Der Titel: “Putin bringt dir bei, die Heimat zu lieben”. Die Olympischen Winterspiele in dem subtropischen Badeort gelten als Prestigeprojekt des russischen Präsidenten.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf den russischen Behörden Menschenrechtsverletzungen vor. Sie würden massiven Druck auf Aktivisten ausüben, die laut Sprecher John Dalhuisen “nur ihre Meinung sagen”. Berichte über Festnahmen seien in Sotschi an der Tagesordnung. Er forderte das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf, sich einzuschalten.

Das IOC wartet laut einem Sprecher noch auf eine offizielle Bestätigung der Vorfälle. Für das Komitee habe es jedoch den Anschein, als sei die Verhaftung der Aktivisten ein Fall für die lokalen Behörden, sagte er.