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Alltag jenseits der Barrikaden - Kiews Bürger in Sorge

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Alltag jenseits der Barrikaden - Kiews Bürger in Sorge

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Kaum vorstellbar aber nur wenige Meter von den Kiewer Barrikaden entfernt geht das Leben weiter, wie gewohnt.

Beispielsweise an diesem Kiosk, in dem Olga als Verkäuferin arbeitet.

Ihre Verkaufsstelle ist eine von fünf die geöffnet sind und sich in der Nähe der Barrikaden befinden.

Einkaufscenter und Geschäfte sind derweil geschlossen.

Olga betont, sie fühle sich sicher und verstehe die Demonstranten.

“Es gibt mehr Leute als sonst, die Kaffee und Tee kaufen”, so die Verkäuferin. “Sie kämpfen aber niemand weiß, wie das hier ausgeht.”

Nur ein paar Häuserblöcke vom Maidan entfernt ist alles beim Alten.

Nichts hat man hier in den vergangenen Monaten von den Krawallen mitbekommen.

Geschäfte und Cafés sind geöffnet. Gäste kommen und gehen.

Oksana sitzt im Café Kiew, sie arbeitet in einem Schmuckladen in der Nähe und macht hier ihre Mittagspause.

“Alle meine Kollegen sind zur Arbeit erschienen, obwohl ich ihnen erlaubt hatte, zu Hause zu bleiben”, erzählt Oksana. “Ich mache mir hier keine Sorgen aber mich beschäftigt, was in meinem Land los ist. Ich hätte nie gedacht, dass irgendeine Regierung so handeln würde.”

Die Menschen auf den Straßen von Kiew betonen, sie seien geschockt über die jüngsten Ereignisse, über die Bereitschaftspolizei, die gewaltsam gegen Demonstranten vorgeht und auf sie schießt.

Doch die Menschen fühlen sich sicher und sind nun noch entschlossener auf den Maidan zu gehen.

Sie habe keine Angst, erklärt eine ältere Frau. Auch nicht auf dem Maidan. Und sie werde da hingehen. Dort seien Menschen, intelligente Menschen.

Die Euronews-Reporterin berichtet:

“Das Leben außerhalb der Barrikaden geht weiter wie bisher, außer dass die Metro seit zwei Tagen geschlossen ist. Die Einwohner hatten Schwierigkeiten zur Arbeit und nach Hause zu kommen. Die offizielle Begründung für die Schließung ist eine terroristische Bedrohung. Aber die Demonstranten sagen, der wirklich Grund sei, dass die Leute aus anderen Stadtteilen davon abgehalten werden sollen, zum Maidan zu kommen und die Regierungsgegner zu unterstützen.