Eilmeldung

Eilmeldung

Das Souvlaki-Wunder: Touristen bringen Überschuss nach Griechenland

Sie lesen gerade:

Das Souvlaki-Wunder: Touristen bringen Überschuss nach Griechenland

Schriftgrösse Aa Aa

Mehr Exporte als Importe? Daran können sich in Griechenland nur die Ältesten erinnern: Jetzt hat das krisengeplagte Land zum ersten Mal seit mehr als 65 Jahren einen Überschuß in seiner Leistungsbilanz erwirtschaftet.

Der Überschuss erreichte im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Euro, so die Zentralbank des Euro-Krisenlandes. 2012 hatte hier noch ein Defizit von 4,6 Milliarden Euro gestanden. Das sei der höchste Wert seit dem Beginn der Erhebung 1948.

Vor allem verantwortlich: Mehr Tourismus-Einnahmen und wenig Konsum, hieß es bei der Zentralbank.

Eine Trendwende? Damit sei aber die Rekordarbeitslosigkeit (November 2013:28%) längst nicht aus der Welt, sagt ein Analyst.

Analyst Craig Erlam, Alpari, London:

“Griechenland leidet noch eine Weile weiter. Die Arbeitslosigkeit geht immer noch extrem langsam zurück, besonders wenn man vergleicht, wie sie in den letzten paar Jahren hochgeschnellt ist.

Das ist also eine positive Sache jetzt in Griechenland – im Vergleich zu vor zwei Jahren eine enorm positive Sache – aber Griechenland hat noch einen langen, steinigen Weg vor sich.”

Das griechische Bruttoinlandsprodukt soll 2014 zum erstenmal seit sechs Jahren wieder ein wenig (0,6%) wachsen, schätzt die EU-Kommission. Griechenland muss staatliche Schulden in Höhe von 171,8 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung finanzieren.

Man beschäftige sich mit Szenarien einer Anschlussfinanzierung oder eines Schuldenschnitts für Griechenland, bestätigte das deutsche Bundesfinanzministerium.

Symela Touchtidou, euronews:

“Der Tourismus bleibt die treibende Kraft der griechischen Wirtschaft. Und 2014 soll noch besser werden, mit 18 Millionen Touristen. Dennoch bestehen Analysten auf den vereinbarten Reformen, für eine nachhaltige Erholung in Griechenland.”

su mit Reuters