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Schizophrenie: Bluttest ermöglicht schnelle Diagnose

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Schizophrenie: Bluttest ermöglicht schnelle Diagnose

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Die Britin Kirsty Trigg leidet unter Schizophrenie, einer Krankheit, die etwa ein Prozent der Bevölkerung betrifft. Je früher die Diagnose erfolgt und mit der geeigneten Behandlung begonnen wird, um so besser sind die Langzeitprognosen für einen günstigen Krankheitsverlauf.

Ein europäisches Forschungsprojekt namens SchizDX soll dabei helfen, die Diagnose der Krankheit zu vereinfachen. Unter diesem dem Namen wurde eine europaweite Studie zur Charakterisierung genetischer und molekularer Marker bei Schizophrenie durchgeführt. Gesucht wurde gewissermaßen der Fingerabdruck der Schizophrenie, erkennbar an Proteinen und Stoffwechselprodukten im Blut.

Anhand dieser Erkenntnise wurde ein Test entwickelt, der erlaubt, zwischen Krankheiten wie Schizophrenie, Manie und Depressionen zu unterscheiden. Die Zuverlässingkeit der Diagnose liegt zwischen 80 und 90 Prozent.

Forscher an der Universität in Cambridge arbeiten seit mehreren Jahren an der Entwicklung eines zuverlässigen Diagnosetests. Allerdings waren diese Verfahren bislang zu aufwendig für den praktischen Einsatz.

Sabine Bahn, Institut für Biotechnologie in Cambridge: “Das Problem mit psychischen Störungen ist, dass wir glauben, dass sich alles im Gehirn abspielt, das ist jedoch ziemlich abstrakt. Wenn man im Blut des Patienten konkrete Abweichungen nachweisen kann, ist das ein Ansatz mit Bezug zur Wirklichkeit.”

Nach elf Jahren Leiden wurde bei Kirsty Schizophrenie festgestellt, dank des neuen Diagnosetests. Sie hat inzwischen die richtige Behandlung, um ein weitgehend normales Leben zu führen.