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Ukraine: Auf dem Maidan brennen trotz Waffenstillstand die Barrikaden

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Ukraine: Auf dem Maidan brennen trotz Waffenstillstand die Barrikaden

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In der Ukraine haben sich Regierung und Opposition überraschend auf einen Waffenstillstand geeinigt. In der Nacht zum Mittwoch herrschten auf dem Maidan bürgerkriegsähnliche Zustände, mindestens 26 Menschen wurden getötet.

Dass es der ukrainischen Regierung dieses Mal Ernst ist, dass sie das Blutvergießen wirklich beenden will – das bezweifeln viele Demonstranten:

“Für sie ist das ein Spiel. Aber für uns ist das kein Spiel – es ist der Sinn unseres Lebens. Wir kämpfen für Gerechtigkeit. Dieses politische Machtspiel ist nicht mehr normal.”

“An einen Waffenstillstand glaube ich nicht. Sie werden uns trotzdem angreifen. Und wir werden uns verteidigen – bis zum bitteren Ende.”

“Ich will Frieden. Doch ich will auch, dass der Konflikt gelöst wird, dass die Forderungen der Demonstranten umgesetzt werden, dass die Revolution gelingt. Die Regierung ist einen Kompromiss eingegangen, weil sie die Gewalt provoziert hat. Ein Waffenstillstand reicht nicht, die Opposition und der Präsident müssen eine Lösung finden.”

Auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz in Kiew brennen weiterhin die Barrikaden, vereinzelt fliegen auch Granaten. Ein Ende der Gewalt scheint fern. Die Demonstranten fürchten, dass der Platz erneut von den Sicherheitskräften gestürmt wird.

Euronews-Journalist Sergio Cantone berichtet aus Kiew: “Waffenstillstand: Das klingt ironisch, nachts auf dem Maidan. Dennoch ist es eine neue Chance – für beide Seiten. Eine Möglichkeit, die entstanden ist, weil die internationale Gemeinschaft Druck auf Präsident Janukowitsch und die Verantwortlichen in der Ukraine ausgeübt hat.”