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Bob Wilson's Madame Butterfly


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Bob Wilson's Madame Butterfly

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Himmlisch, minimalistisch, voller Gleichmut: das sind nur einige Definitionen von “Madame Butterfly” in der Version von Bob Wilson. Seine Produktion hier an der Pariser Oper Bastille gehört bereits zu den Klassikern. Puccinis “japanische Tragödie” erzählt die zum Scheitern verurteilte Liebesgeschichte von Cio-Cio-San. Die Rolle wird von der bulgarischen Sopranistin Svetla Vassileva. “Cio-Cio-San kann man als Rebellin bezeichnen, weil sie ihre eigene Religion leugnet. Als Konsequenz wird sie von ihrer Familie, aus ihrer Welt verstoßen. Und dennoch findet sie bis zum Ende die Stärke, weiterzumachen und Vertrauen zu haben.”

Am Dirigentenpult Maestro Callegari, der völlig begeistert von dieser unkonventionellen Inszenierung ist. “Alle Bewegungen, die die Sänger auf der Bühne vollführen, sind an die Musik gebunden. Sie passieren nicht einfach zufällig. Die Choreografie spielt eine sehr wichtige, dramatische Rolle und verschmilzt mit der Musik auf wunderbare Weise.”

Svetla Vassileva: “Es gibt Momente in dieser Oper, die mich tief bewegen. Regisseur Bob Wilson bat mich darum, introvertiert, nach innen gekehrt zu spielen und niemals die Emotionen rauszulassen. Das ist sehr schwer für mich, da ich eine emotionale, aufgeschlossene Person bin, aber ich habe es genossen, denn das war etwas Neues für mich.”

Maestro Callegari: “Diese Oper gibt einem ungeheuer viel, besonders, wenn man ein großartiges Orchester dirigieren kann, das dir und dem Taktstock folgt und weiß, wie es mit dir atmen kann. Ein Orchester ist auch großartig, wenn es genau versteht, was du von ihnm willst. So hängt jede Nuance an diesem außergewöhnlichen, unsichtbaren Faden, der den Taktstock mit der Bühne verbindet.”

Svetla Vassileva: “Puccini hat viel italienische Seele in diese Oper gesteckt. Das macht die Protagonistin zu einer sensiblen, leidenschaftlichen Frau. Andererseits ist ihr Selbstmord am Ende eine Tat, die definitiv in direktem Zusammenhang mit der japanischen Kultur steht.

Für weitere Auszüge aus unserem Interview mit Maestro Daniele Callegari klicken Sie auf den folgenden Link:
‘Quando la provincia era fucina di talenti…’

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