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Euronews berichtet aus Kiew: Verzweiflung auf dem Maidan

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Euronews berichtet aus Kiew: Verzweiflung auf dem Maidan

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Angesichts der eskalierenden Gewalt wächst die Verzweiflung vieler Ukrainer auf dem Maidan. Dutzende Menschen kamen bei den Ausschreitungen im Laufe des Tages ums Leben – darunter auch Polizisten. Viele der friedlichen Demonstranten fühlen sich den Sicherheitskräften trotz Schutzvorkehrungen ausgeliefert.

So auch dieser vermummte Demonstrant, der seinen Namen nicht nennen will: “Die Polizei hat alle möglichen Waffen und wir haben nur diese Schilder, die kein Schutz sind. Vor unseren Augen sterben Menschen und sie lassen uns nicht einmal die Leichen wegräumen und Verwundete beschützen.”

Nina aus Kiew ist den Tränen nahe:
“Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Wir hoffen, dass wir gewinnen und dass Janukowitsch endlich Verständnis zeigt.”

Viele der Verwundeten werden in provisorischen Krankenstationen wie hier in der urkrainisch-orthodoxen St. Michaels-Kathedrale in der Nähe des Maidan notdürftig versorgt. Die medizinischen Stützpunkte sind Augenzeugen zufolge überfüllt, auch weil so viele Ärzte und Pfleger helfen wollen. Für den Abtransport der Verwundeten in die offiziellen Krankenhäuser gibt es offenbar nicht ausreichend Krankenwagen.

Dazu euronews-Korrespondentin Maria Korenyuk:
“Dieser Kirche hat sogar einen Operationssaal. Journalisten wurden gebeten, das Gebäude nicht zu betreten, um die Ärzte nicht zu stören. Die Mediziner sagen, dass sie nur acht Operationstische haben, aber viel mehr Verletzte. Die Patienten bleiben hier nicht lange. Man versucht sie so schnell wie möglich in die städtischen Krankenhäuser zu verlegen.”