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Facebook kauft Konkurrenten: "Grundgütiger, ist das ein guter Deal für WhatsApp"

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Facebook kauft Konkurrenten: "Grundgütiger, ist das ein guter Deal für WhatsApp"

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Das soziale Netzwerk Facebook hat für knapp 14 Milliarden Euro einen seiner größten Konkurrenten gekauft: den fünf Jahre alten Kurzmitteilungsdienst WhatsApp. Der Kaufpreis wird gestückelt in knapp 3 Milliarden Euro in bar, 8,75 Milliarden Euro in Facebook-Aktien und 2,2 Milliarden Euro in Sonderaktien für die WhatsApp-Gründer.

450 Millionen WhatsApp-Nutzer bewegen jeden Tag 50 Milliarden Botschaften. Zum Vergleich: Die konventionelle SMS kommt nicht mal auf die Hälfte.

Zusätzlich zu Text- und Sprachnachrichten via Instant Messaging kann man per Whatsapp Foto-, Kontakt-, Video- und Audiodateien austauschen und den eigenen Standort mitteilen.

Tim Bradshaw, Tech-Reporter der Financial Times:

“Das ist ein sehr heißer Markt im Moment. Diese Chat-Apps schossen ja wie Pilze aus dem Boden. Da gibt es WeChat in China, Line-in Japan und anderen Teilen Asiens. Aber WhatsApp ist mit Abstand der größte von allen. Deshalb hat Facebook so viel bezahlt.”

Es ist die teuerste Übernahme in der Firmengeschichte von Facebook. Beim eigenen Börsengang hatte das Unternehmen im Mai 2012 knapp 12 Milliarden Euro eingenommen. “Grundgütiger, ist das ein guter Deal für WhatsApp”, sagte der Silicon-Valley-Veteran Jonathan Teo, ein früher Investor des konkurrierenden Kurznachrichtendienstes Snapchat.

Das soziale Netzwerk Facebook hat mehr als eine Milliarde Nutzer – aber sie altern. So stieg ihr Durchschnittsalter (Medianwert) in Deutschland von Ende 2011 bis Anfang 2013 von knapp 30 (29,7) Jahren auf fast 39 (38,7) Jahre.

WhatsApp solle als eigenständiges Unternehmen mit seinen bekannten Diensten erhalten bleiben, versprach Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

WhatsApp liest Daten aus dem Adressbuch des Telefons, das man dafür offenlegen muss. Das Unternehmen stand öfter schon wegen mangelnden Datenschutzes und Sicherheitslücken in der Kritik.

su mit Reuters, dpa