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Kiew im Kriegszustand

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Kiew im Kriegszustand

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Die Bilanz ist blutig. Zahlreiche Tote und Hunderte Verletzte – die Gewalt in Kiew hat an diesem Donnerstag auf beiden Seiten viele Opfer gefordert. Das ukrainische Gesundheitsministerium spricht von 39 Toten, nach Angaben von Regierungsgegnern kamen mindestens 60 Menschen ums Leben.

Nachdem sich Präsident Viktor Janukowitsch und Vertreter der Opposition am Mittwochabend auf einen Waffenstillstand geeinigt hatten, setzten sich die Zusammenstöße bereits wenige Stunden später fort.

Das ukrainische Innenministerium hatte bekannt gegeben, dass die Sicherheitskräfte mit Schusswaffen und scharfer Munition ausgestattet wurden. Zudem bestätigte die Behörde, es habe Schüsse auf Demonstranten gegeben, diese seien aber aus Notwehr gefallen. Regierung und Regierungsgegner beschuldigen sich gegenseitig, für die Gewalt verantwortlich zu sein.

“Natürlich habe ich Angst”, sagt eine Frau auf dem Unabhängigkeitsplatz. “Alle Leute hier haben Angst, aber wenn sich nichts ändert, wird die Angst noch größer. Das versteht jeder, deswegen sind wir hier.”

“Steine und Molotow-Cocktails sind unsere Waffen, mit denen wir uns gegen die Berkut-Truppen verteidigen”, meint ein Mann. “Diese Truppen schlagen Menschen und bringen sie um.”

Die Außenminister aus Deutschland, Frankreich und Polen sprachen an diesem Donnerstag mit Janukowitsch über eine politische Lösung, am Freitag werden die Verhandlungen fortgesetzt. Auch Russland hat einen Diplomaten nach Kiew geschickt, der vermitteln soll. Der polnische Regierungschef Donald Tusk sagte, Janukowitsch habe seine Zusage für Neuwahlen noch in diesem Jahr gegeben.