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Koreaner aus Nord und Süd: Tränenreiche Familientreffen

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Koreaner aus Nord und Süd: Tränenreiche Familientreffen

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Nach jahrzehntelanger Trennung haben sich Verwandte aus Süd- und Nordkorea wiedergesehen. Mehr als 100 Südkoreaner trafen in Nordkorea Verwandte zum erstenmal seit dem Koreakrieg vor gut 60 Jahren. Seither gibt es zwei verfeindete Staaten, die Grenze ist so gut wie dicht. Kaum Briefe, E-mails oder Telefongespräche möglich. Viele der Menschen sind über 80.

Manche über 90 –

Ryu Young-sik (91) ist froh über sein hohes Alter “sonst hätten wir uns nicht getroffen,” sagt er zu seiner Schwester aus dem Norden.

Die 84jährige Lee Chang-joo freut sich über ihren Neffen Ri Song Gol aus Nordkorea:

“ich wollte dich unbedingt sehen. Deine Mutter – meine ältere Schwester – hat mir die Mutter ersetzt, die ich nie kennengelernt habe.”

Lauter Schicksale: Der 93-jährige Südkoreaner Kang Neung Hwan sah seinen heute 64 Jahre alten Sohn zum ersten Mal. Der 66 Jahre alte Kim Myong Bok aus Südkorea brachte seiner ein Jahr älteren Schwester Kim Myong Sook aus dem Norden die letzten Worte ihres Vaters. Der 52-jährige Südkoreaner Park Yang Gon sah seinen älteren Bruder zum ersten Mal seit 1972 wieder, nachdem dieser damals mit seinem Schiff vor der Westküste plötzlich verschwunden war.

Die Familientreffen an der Ostküste Nordkoreas sind auf wenige Tage beschränkt. Bei der Teilung des Landes waren unzählige Familien auseinandergerissen worden. Zehntausende Südkoreaner sind für das Begegnungsprogramm registriert, die Teilnehmer für die Treffen wurden per Los ausgewählt.

Auf die Treffen hatten sich die Rot-Kreuzverbände beider Seiten in diesem Monat geeinigt – die ersten seit mehr als drei Jahren.

Die Spannungen hatten nach dem dritten nordkoreanischen Atomtest vor einem Jahr deutlich zugenommen. In Zukunft wollen beide Seiten auf gegenseitige Verleumdungen verzichten.

su mit dpa