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Libyen auf der Suche nach einer Verfassung

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Libyen auf der Suche nach einer Verfassung

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Nach 42 Jahren ohne Verfassung unter Muammar al-Gaddafi ist Libyen zur Wahl einer Verfassungsgebenden Versammlung aufgerufen.

Der Andrang war am Donnerstag gering – radikale Islamisten hatten versucht, den Urnengang gewaltsam zu stören, ein Mann starb.

Gut eine Million Wähler hatten sich in die Listen eintragen lassen – im Vergleich zu fast drei Millionen vor der Parlamentswahl 2012.

Wähler Hatem al-Majri in Bengasi:

“Wir sind heute hier aus Loyalität zum Blut der Märtyrer und wegen des Ziels der Revolution vom 17. Februar: Das ist nämlich der Rechtsstaat. Und heute, so Gott will, ist die Stunde Null für Demokratie und Freiheit – deswegen sind wir hier.”

Die Versammlung soll bis Mai eine Verfassung formulieren. Um die 60 Sitze bewerben sich 649 Kandidaten. 6 Sitze sind für Frauen reserviert. Die Minderheit der Berber boykottiert die Wahl.

Zum Verfassungsentwurf ist eine Volksabstimmung vorgesehen.

Im Vorfeld der Wahl hatten zwei ehemalige Revolutionsbrigaden das Übergangsparlament aufgefordert, sich aufzulösen.

Drei Jahre nach dem Beginn der Revolution gegen Diktator Muammar al-Gaddafi ist Libyen nach wie vor im Ausnahmezustand. Separatisten blockieren die Ölausfuhren, der Vize-Industrieminister wurde erschossen, Regierung und Parlament sind von Dauerstreit gelähmt. Milizen machen viele Orte unsicher, zahllose Waffen sind im Umlauf. In Bengasi werden fast täglich Anschläge auf Beamte und Soldaten verübt.

su mit dpa