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Maidan-Unruhen: "Viele können nicht mehr aufhören zu weinen"

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Maidan-Unruhen: "Viele können nicht mehr aufhören zu weinen"

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Unsere Korrespondentin Maria Korenyuk hat den Gewaltausbruch heute Morgen miterlebt. Sie hat uns am Telefon erzählt, was in den ersten Stunden der Ausschreitungen passiert ist:

“Über dem Maidan-Platz steigen ständig dicke Rauchwolken auf. Die Situation bleibt sehr angespannt. Einige Krankenwagen für die Versorgung mit Erster Hilfe verlassen das Gelände, andere kommen an. Wir haben mit den Menschen vor Ort gesprochen. Sie wirken nicht ängstlich, aber viele können gar nicht mehr aufhören zu weinen.

In der Nähe eines Hotels auf dem Maidan haben wir zehn Leichen gefilmt. Die Augenzeugen haben uns erzählt, dass diese Menschen von Scharfschützen getötet wurden, alle haben Schusswunden. Eine Frau hat mir erzählt, dass sie in der Nähe eines Tunnels sechs leblose Körper gesehen hat. Wir selbst haben diese aber nicht gefunden.

Die Menschen sind verzweifelt. Für sie sind die Toten eine Provokation für weitere Aktionen. Einige sagen, dass der Kampf ohne Waffen weitergehen muss. Andere bereiten Molotowcocktails vor.

Die Demonstranten sagen, dass Scharfschützen auf der Instytutska-Straße das Feuer auf die radikalsten Demonstranten eröffnet haben. Wir von euronews können nicht einmal in unser Behelfsbüro im Hotel Ukraine, weil überall geschossen wird.