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Rettungsplan für den Urmiasee

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Rettungsplan für den Urmiasee

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Einst war er der größte Salzwassersee der Welt, der Urmiasee im Iran, doch innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist seine Fläche um 80 Prozent geschrumpft. Die rasante Versalzung, sagen Experten, hängt mit der Klimaerwärmung zusammen. Verstärkt wurde die Katastrophe durch vom Menschen angelegte Deiche, Brunnen und Staudämme.
Mit dem See stirbt ein einzigartiges Biotop, klagt der Taxifahrer Yahya Bolouri. “In der Vergangenheit, als der See noch lebte, gab es wundervolle Aussichtspunkte, viele Touristen kamen her. Es gab eine reiche Tierwelt, Zugvögel machten Halt, das war ein einmaliger Anblick.”

Der von der UNESCO 1976 als Biosphärenreservat eingetragene See könnte schon bald völlig ausgetrocknet sein. Dort, wo einst das Wasser war, verrotten Fischerbboote. Wegen der steigenden Temperaturen verdunstet das Wasser schneller, Regenfälle bleiben aus.
Das Salz dringt ins Grundwasser ein und zerstört die Felder. Es kommt zu für die Anrainer gefährlichen Salzstürmen.

Wir sind völlig geschockt von dem Anblick”, sagt eine Besucherin der Region. “Wir waren vor ein paar Jahren hier, und die Situation des Sees war längst nicht so gravierend. Ich bin sehr aufgebracht.” Ihr Mann fügt hinzu: “Als wir gestern bei Sonnenuntergang auf der Autobahn vorbeifuhren, dachten wir, wir sehen die Spiegelung der Sonne auf dem Wasser. Dabei war es das Salz, unvorstellbar.”

Nach jahrelanger Verdrängung wollen die iranischen Behörden endlich reagieren. Im vergangenen Jahr wurde ein Rettungsplan für den Urmiasee beschlossen. Zu den Maßnahmen gehört unter anderem, die von den Staudämmen regulierte Wassermenge, die in den See fließt, zu erhöhen und die Zahl der Brunnen im Einzugsgebiet des Sees drastisch zu reduzieren.