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Ukraine: Polizisten wechseln die Seiten

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Ukraine: Polizisten wechseln die Seiten

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In der westukrainischen Stadt Lviv haben Polizei und Armee die Seiten gewechselt. Sie schlossen sich einer Bürgerwehr an. Diese will verhindern, dass die Stadt weiter im Chaos versinkt.

Zuvor hatte eine Gruppe unbekannter Randalierer mehrfach für Unruhe gesorgt. Auf ihr Konto gehen Raubüberfälle auf Geschäfte und andere Einrichtungen.

Der Polizeichef von Lviv Oleksandr Rudiak kündigte an, man werde mit dem regionalen Rat und mit der Bürgerwehr zusammenarbeiten, um die Ordnung in der Stadt aufrechtzuerhalten. Auch die konstitutionelle Ordnung müsse wiederhergestellt werden.

Ihre Uniform lassen die Polizisten jedoch zu Hause, da diese wegen der Ereignisse in Kiew in der Bevölkerung auf Ablehnung stößt. Die Menschen sind verunsichert.

Ein Mitglied der Bürgerwehr sagte, jeder habe Angst. In dieser Situation müsse man die Verantwortung übernehmen, um die Ordnung in der Stadt wiederherzustellen. Man habe alles in die eigene Hand nehmen müssen, denn die Polizei könne nicht helfen.

Auch in anderen Städten haben sich Berkut-Einheiten oder Polizisten auf die Seite der Regierungsgegner gestellt.

Die Spannungen im früheren Lemberg sind stark gewachsen, seitdem Demonstranten mehrere Polizeiwachen unter ihre Kontrolle brachten. Dabei wurden zahlreiche Waffen und Munition gestohlen.
Der regionale Rat erklärte seine Unabhängigkeit von Kiew. Die antirussisch geprägte Gegend ist eine Hochburg radikaler Regierungsgegner.